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"Anwesenheit" von Etwas
Autor: Johannes
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Ich mach dieses Jahr Abitur und
unsere Schule bietet sogenannte Besinnung- und Begegnungstage
an und ich habe mir gedacht, ich nehme daran teil,
aber eher um Party zu machen. Ich bin zwar katholisch
erzogen worden (wenn auch nicht streng), allerdings
hat mein Glaube an Gott in den letzten Jahren stark
abgenommen. Ich bin da eher ein Anhänger der
Naturwissenschaften, und da sich Gott mir noch nie
gezeigt hat und ich auch keinen greifbaren Hinweis
auf ihn finden konnte, habe ich ihn immer sehr in
Frage gestellt. Der einzige Grund, warum ich doch
noch an ihm hing, war die Angst, es mir mit ihm zu
verscherzen, wenn es ihn doch gibt. Achja und an Geister
hab ich schonmal gar nicht geglaubt.
Wir sind mit ca. 15 Personen und zwei Referenten letzten
Mittwoch in eine Tagungsstätte in einem Kloster
in der Eifel gefahren, wo zumindest bei uns Jungs
viel Alkohol getrunken wurde und ich einen schlimmen
Absturz hatte, aber das ist nur insofern wichtig,
dass ich am gestern Abend deswegen nüchtern geblieben
bin. Wir hatten nachmittags eine Messe gefeiert im
kleinen Kreis, während der ich eingesehen habe,
dass zumindest die katholische Idee mit ihren Ritualen
nichts für mich ist. Abends dann war um 23 Uhr
noch eine Reflexion des Tages, bei der wir in einem
großen Raum unter dem Dach auf ausgelegten Decken
lagen mit einigen großen Kerzen und in der Mitte
ein rundes Brett mit einem roten Tuch, einem Kreuz,
einer Bibel und noch einer Kerze drauf.
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Die Kerzen waren die einzige Beleuchtung, und jeder von
uns hatte eine kleine Kerze, die er anzündete und an
das Brett stellte nachdem er seine Meinung gesagt hat. Zu
diesem Zeitpunkt entscheide ich mich, dass ich an keinen
Gott glauben kann.
Nach dem Abendsegen haben wir die Möglichkeit noch
etwas in dieser Atmospäre zu bleiben was zwei Kumpels
von mir auch annehmen, man trägt uns auf, alle Kerzen
auszupusten bevor wir gehen. Wir reden dann noch was, machen
Unsinn und schließlich beginnen wir, die Kerzen auszupusten.
Bei der letzten schalten wir das Licht ein, pusten sie aus,
ich verlasse mit einem von den beiden den Raum, der andere
will nachkommen. Als die Tür zu ist und ich mich umdrehe,
sehe ich durch das Glasfenster neben der Tür, dass
drinnen das Licht aus ist und mich packt eine eigenartige
Angst um meinen Kumpel drinnen. Als ich die Tür öffne
steht er da und meint, er kommt jetzt. In diesem Augenblick
spüre ich, dass da was in dem dunklen Raum ist. Durch
das bisschen Licht, dass durch die offene Tür aus dem
Flur hereinfällt, denke ich zwei Mal, dass ich im Augenwinkel
jemanden in der Mitte auf dem Boden liegen sehe, an der
Stelle wo das Kreuz und die anderen Sachen liegen. Mein
Kumpel sagt was von er hatte das Gefühl, da wäre
was und er müsste sich Gott stellen, deswegen ist er
geblieben und dann gehen wir raus, ich total verstört.
(nicht, dass ich schreckhaft wäre oder sowas, ich habe
kein Problem damit, nachts alleine rumzulaufen, auch nicht
im Feld wo kein Licht ist. Da hab ich eher Angst vor Menschen
als vor Geistern an die ich nicht glaube). Ich versuche
mich den Rest des Abends irgendwie abzulenken und bekomme
schon ein mulmiges Gefühl, wenn jemand ein Fenster
öffnet (draußen war Nacht).
Als wir heute Mittag endlich abgereist sind, war ich heilfroh,
diesen Ort verlassen zu können. Mittlerweile geht
es mir nur langsam besser, bin jetzt wieder zu Hause,
aber das Ganze verfolgt mich immer noch sehr wenn ich
alleine bin so wie jetzt gerade. Am meisten denke ich
darüber nach, ob ich mir das alles eingebildet habe
weil ich doch an Gott glauben möchte... bin ziemlich
fertig. Auf jeden Fall denke ich, ich hätte nicht
dahin fahren sollen.
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