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Das Bermuda Dreieck (Teufelsdreieck)
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Wenn man vom Bermudadreieck (auch Teufelsdreieck)
spricht, ist in der Regel ein Seegebiet gemeint, welches
sich im westlichen Atlantik befindet und durch zahlreiche
angeblich ungeklärte Vorfälle bekannt wurde, bei
denen Schiffe, Flugzeuge oder ihre Besatzungen spurlos verschwunden
sein sollen. Bis zum heutigen Tag soll es einige nicht endgültig
geklärte Vorkommnisse geben, was verschiedene Autoren
zu teilweise recht bizarren Erklärungsversuchen inspirierte,
die Grundlage für eine Vielzahl literarischer Werke,
Filme und Internetseiten wurden.
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Die Geografische Lage des Bermudadreiecks
Die Ausrichtung und Lage des Bermudadreiecks im westlichen
Atlantik hat sich in den vergangenen Jahren nur ungefähr
etabliert. Im Allgemeinen gelten für das Bermudadreieck
die folgenden Positionsangaben:
Im Norden begrenzen die Bermudainseln bei ca.
35° nördlicher Breite das Dreieck.
Im Südwesten begrenzt die in Florida liegende
Stadt Miami dieses Gebiet.
Im Süden ist es die Insel Puerto Rico.
In der einschlägigen Literatur zum Thema werden
allerdings auch vermeintlich mysteriöse Vorgänge,
die sich nachweislich außerhalb des oben beschriebenen
Seegebiets ereigneten, dem Bermudadreieck zugeordnet.
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Schon Christoph Kolumbus soll von einem
Verrücktspielen der Kompasse und einer Flamme,
die aufs Meer stürzte, berichtet haben. Der Begriff
Bermudadreieck wurde 1963 von Vincent Gaddis
geprägt und wurde schon bald zum Mythos. Das Interesse
an den vermeintlich übernatürlichen Phänomenen
erreichte 1974 seinen Höhepunkt, nachdem Charles Berlitz
und J. Manson Valentine mit ihrem Buch The Bermuda
Triangle (in Deutschland 1977 im Verlag Droemer Knaur
erschienen) einen absoluten Bestseller landen konnten, der
weltweit Millionenauflagen erzielte. Als Indiz für
das Phänomen Bermudadreieck wird dort wie bei
anderen Autoren vorher eine Liste spurlos verschwundener
Schiffe und Flugzeuge genannt. Allerdings entspricht schon
die Größe des betrachteten Areals nicht immer
der klassischen Definition des Bermudadreiecks,
fügen doch einige auch die Azoren und die Westindischen
Inseln hinzu und vergrößern so dieses hochgefährliche
Gebiet von 500.000 Quadratkilometern auf die etwa dreifache
Größe.
Die Geschichten aus dem Bermudadreieck ähneln sich
auffallend: Entweder Schiffe oder Flugzeuge verschwinden
bei besten Wetterbedingungen, ruhiger See und trotz erfahrener
Piloten bzw. Mannschaft spurlos oder ein verlassenes, aber
ansonsten völlig intaktes Schiff wird treibend im Meer
gefunden, während die Mannschaft verschollen bleibt.
Bei einigen Fällen spielen auch unklare und merkwürdige
Funksprüche eine Rolle. Als potentielle Ursachen dieser
Geschehnisse werden unter anderem Entführungen durch
Außerirdische oder von dem versunkenen Kontinent Atlantis
ausgehende, gefährliche Kraftfelder genannt.
Das berühmteste Beispiel ist die Geschichte von Flug
19, bei anderen mysteriösen Geschichten wird
schon mal aus einem bei Sturm gesunkenen, kaum seetauglichen
Seelenverkäufer ein unsinkbares Schiff,
das bei ruhiger See plötzlich verschwunden ist. Auffallend
ist auch, dass viele der mysteriösen Geschichten von
Veröffentlichung zu Veröffentlichung (die entsprechenden
Autoren beziehen sich in der Regel auf ihresgleichen) noch
mysteriöser und nicht selten immer detaillierter und
fantastischer werden (auch wenn sie schon sehr lange zurückliegen).
Ein Jahr nach dem Bestseller von Berlitz und Valentine erschien
das Buch The Bermuda Triangle Mystery - Solved!
von Lawrence Kusche (deutsch: Die Rätsel des
Bermudadreiecks sind gelöst!, erschienen bei
rororo, 1980). Dieses Werk, das noch heute als Klassiker
der skeptischen Recherche gilt, räumte mit einer ganzen
Reihe von Vermutungen, Halbwahrheiten und Erdichtetem zum
Thema auf. Kusche zeigte, dass nichts an diesem Teil des
Atlantiks ungewöhnlich ist. Die Zahl der verschwundenen
Schiffe und Flugzeuge ist nicht höher als in anderen,
in Bezug auf das Verkehrsaufkommen vergleichbaren Gebieten
auf den Weltmeeren, und die überwiegende Mehrzahl der
sensationellen Fälle verliert bei Betrachtung
der im Buch zur Verfügung gestellten Originalquellen
ihren mysteriösen Touch völlig. Inzwischen ist
es um das Thema merklich ruhiger geworden. 1980 präsentierte
Berlitz einige neue unerklärliche Unfälle,
die sich jedoch als überhaupt nicht unerklärlich
herausstellten und außerdem bis auf drei Ausnahmen
gar nicht dem Bermudadreieck zuzuordnen waren. Obwohl
auch weiterhin Schiffs- und Flugzeugunglücke im Atlantik
geschehen, werden diese heute nur noch selten mit dem Bermudadreieck
in Verbindung gebracht.
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Vorkommnisse im Bermuda Dreieck
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Flug 19 (Flight 19) ist
der am besten dokumentierte und meisterwähnte
Vorfall in der Geschichte des Bermudadreiecks, da
hier gleich mehrere Flugzeuge verschwanden. Am 5.
Dezember 1945 um 14:00 Uhr verließen fünf
Bomber vom Typ Grumman Avenger den Marinestützpunkt
Fort Lauderdale in Florida zu einem routinemäßigen
Übungsflug.
Während Bücher über den Mythos Bermudadreieck
von fünf Flugzeugen mit erfahrenen Piloten auf
einem Routineflug über dem Meer erzählen
und von mysteriösen Funksprüchen kurz vor
dem plötzlichen Verschwinden der Maschinen berichten,
sind die wahren Gründe dieser Tragödie eher
gewöhnlicher Natur: Eine Gruppe unerfahrener
Piloten (die meisten noch in Ausbildung, der Ausbilder
zwar erfahren, aber ohne Erfahrung in diesem Gebiet)
verirrt sich in der Luft auf Grund fehlerhafter Navigation
bei teils sehr schlechten Witterungsbedingungen. Sie
meldet sich
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auch noch mehrmals während der
nächsten Stunden über Funk, fliegt aber, da sie
sich an einem völlig anderen Ort wähnt, statt
in Richtung des rettenden Ufers weiter auf das offene Meer
hinaus - bis der Treibstoff ausgeht und die Flugzeuge nach
der Wasserung bei hohem Wellengang im Meer versinken.
Die nach dem Verschwinden eingeleitete Luft- und See-Suchaktion,
die angeblich eine der größten in der Geschichte
war, brachte weder Wrackteile hervor, noch irgendwelche
Lebenszeichen der Verschwundenen. Bei der Suche stürzte
auch ein Suchflugzeug ab.
Für Aufregung sorgte 1991 die Meldung, ein Flugzeugwrack
aus der Nähe von Fort Lauderdale wäre als eines
der Flugzeuge von Flug 19 identifiziert worden,
doch dies stellte sich schnell als Missverständnis
heraus.
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Die Passagiermaschine vom Typ Douglas
DC-3 war am 28. Dezember 1948 mit 36 Personen auf dem
Weg von Puerto Rico nach Miami. Im letzten Funkspruch des
Piloten Bob Linquist soll er gesagt haben, die Maschine
sei 50 Meilen südlich von Miami entfernt und er könne
die Lichter der Stadt schon sehen. Kurz darauf verschwand
er mit seinem Flugzeug und den Passagieren spurlos.
Kritiker weisen darauf hin, dass der Pilot schon vor dem
Start in Puerto Rico bemerkte, dass sein Funk nicht in Ordnung
war. Es wäre möglich, dass er die Meldung über
eine Änderung der Windrichtung während des Flugs
nicht erhalten hat und sich somit zum Zeitpunkt des letzten
Funkspruchs rund 50 Meilen südlich des geplanten Kurses
befand, also rund 100 Meilen von Miami entfernt. Zudem wurden
Linquist die Worte, er könne die Lichter der Stadt
schon sehen, erst nachträglich in den Mund gelegt.
Die Marine Sulphur Queen - 1963 verschwand das Tankschiff
Marine Sulphur Queen mit 39 Mann Besatzung. Fundstücke
und die letzten Funkverbindungen deuten darauf hin, dass
das Schiff westlich von Key West, also außerhalb des
als Bermudadreieck bezeichneten Gebiets, sank. Der über
20 Jahre alte Tanker war mit 15.000 Tonnen flüssigem
Schwefel beladen und nach Angaben der US-Küstenwache
bereits in den Monaten zuvor bei mehreren Wetterereignissen
schwer beschädigt worden. Eine eingehende Untersuchung
und Reparatur des Schiffs und seiner Tanks auf Schäden
war allerdings erst für den März 1963 geplant.
Es hatte auch eine Vielzahl meist kleinerer Brände
an Bord gegeben, die sich nach Informationen der US-Küstenwache
ab Oktober 1962 häuften und nach Zeugenaussagen ab
Dezember des Jahres nahezu ständig auftraten.
Der Tanker legte am 2. Februar 1963 in Beaumont (Texas)
ab, der letzte Funkkontakt war am 4. Februar um ca. 1:30
Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Schiff etwa zwei Drittel
des Wegs zwischen Beaumont und Floridas Südspitze zurückgelegt,
war also vom Bermudadreieck noch weit entfernt. Um 11:23
Uhr des 4. Februar schlug ein Versuch, Funkkontakt mit dem
Schiff aufzunehmen, fehl. Zu diesem Zeitpunkt hätte
es sich in der Nähe der Dry Tortugas, einer Inselgruppe
im Golf von Mexiko (und immer noch nicht im Bermudadreieck)
befinden müssen.
Als das Schiff nicht wie geplant am 7. Februar in Norfolk
(Virginia) ankam, begann am nächsten Tag eine große
sechstägige Suchaktion, in deren Verlauf knapp 350.000
Quadrat-Seemeilen abgesucht wurden, und die mit einer errechneten
95-prozentigen Wahrscheinlichkeit den Tanker gefunden hätte,
wenn er sich noch an der Wasseroberfläche befunden
hätte.
Am 20. Februar fand ein Boot der US Navy ein Nebelhorn und
eine Rettungsweste der Marine Sulphur Queen - 12 Seemeilen
südwestlich von Key West (also außerhalb des
Bermudadreiecks). In der Folgezeit wurden von verschiedenen
Schiffen im Golf von Mexiko weitere Rettungswesten, Rettungsringe
und weitere Kleinteile geborgen.
Der japanische Frachter Raifuku Maru verschwand
1924 oder 1928 angeblich westlich der Bahamas. Sein letzter
Funkspruch soll gelautet haben: Gefahr wie ein Dolch,
kommt schnell, wir können nicht mehr fliehen.
Jedoch konnte Larry Kusche in seinem Buch The Bermuda
Triangle Mystery - Solved nachweisen, dass das Schiff
tatsächlich am 18. April 1925 weit nördlich
des Bermudadreiecks auf dem Weg von Boston nach Hamburg
bei einem schweren Sturm sank.
Boeing 727 der National Airlines - Ivan T. Sanderson
berichtete 1970 in seinem Buch Invisible Residents, das
von auf dem Meeresboden lebenden Außerirdischen
handelt, dass es bei einem Flug der National Airlines
mit einer Boeing 727 kurz vor dem Landeanflug zu einem
Vorfall gekommen sein soll. Während des Landeanflugs
verschwand die Boeing angeblich für zehn Minuten
vom Radarschirm, tauchte dann aber plötzlich wieder
auf und landete ganz normal am International Airport von
Miami.
Sanderson schrieb, dass sowohl die Uhren der beiden Piloten
als auch die der Passagiere um zehn Minuten nachgegangen
sein sollen. Dieselbe Zeitdifferenz sei auch auf dem Bordchronometer
beobachtet worden.
Sanderson konnte für dieses angebliche Ereignis allerdings
weder Quelle noch Datum nennen. Auch Flugnummer und Angaben
zu Zeugen fehlten. So gibt es bis heute keinen Hinweis
darauf, dass dieses Ereignis tatsächlich stattgefunden
hat, und es wird allgemein als einer der vielen von Sanderson
frei erfundenen Berichte angesehen.
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Weißes Wasser - Dieses
Phänomen soll häufig im Gebiet der Bahamabänke
beobachtet werden. Der Atlantisforscher Dr. J. Manson
Valentine und der Pilot Jim Richardson sollen einmal
mit einem Wasserflugzeug inmitten dieses weißen
Wassers gelandet sein, um Proben zu entnehmen.
Bei der Analyse wurden den Berichten zufolge besondere
chemische Eigenheiten festgestellt, die darauf hindeuteten,
dass durch Spalten am Meeresboden einige Stoffe austreten
und vulkanische Tätigkeit bestehe. Unter anderem
seien ungewöhnlich hohe Konzentrationen von Schwefel
gefunden worden, aber auch Spuren von Strontium und
Lithium seien darin enthalten gewesen.
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Magnet-Anomalien - Häufig wird im Zusammenhang
mit dem Bermudadreieck auch von Anomalien des Erdmagnetfeldes
gesprochen. Entweder soll der Kompass vollkommen versagen
oder sich drehen und somit eine Positionsbestimmung unmöglich
machen. Dieses Phänomen soll sowohl bei Schiffen als
auch bei Flugzeugen auftreten. Auch wird (zu Unrecht) behauptet,
auf heute gültigen offiziellen Luftkarten werde vor
plötzlich auftretenden Magnetfeld-Störungen in
diesem Gebiet gewarnt. Durch das Project Magnet der US Navy,
bei dem über zwanzig Jahre lang das Magnetfeld der
Erde untersucht wurde, konnte diese Vermutung jedoch widerlegt
werden.
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Erklärungsversuche
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Methanhydrat-Vorkommen und Blowout
Einige Geowissenschaftler aus Japan, Deutschland und den
USA haben riesige Methangas-Vorkommen im Gebiet des Bermudadreiecks
gefunden, die für das spurlose Verschwinden von Schiffen
verantwortlich sein könnten.
In Wassertiefen von 500 bis 2.000 Meter kann sich Methanhydrat
bilden, wenn Methan vorhanden ist und die Temperatur das
zulässt. Ändern sich Druck und Temperatur mit
der Zeit, entweicht Methan langsam aus diesen eisähnlichen
Brocken. Geschehen diese Änderungen jedoch abrupt,
etwa durch ein Seebeben (bzw. in küstennahen Regionen
auch durch Erdbeben) oder tektonische Verschiebungen, kann
innerhalb kurzer Zeit ein großer Teil eines Methanhydratvorkommens
in seine Bestandteile (Methan und Wasser) zerlegt werden
und es kommt zum Methanausbruch (engl. blowout: Ausblasen).
Das gasförmige Methan steigt in unzähligen winzigen
Blasen auf. Dieser Vorgang gleicht dem Aufsteigen von CO2-Blasen
in einer Sprudelflasche, der man einen Stoß versetzt
hat. Die mittl. Dichte des Gas / Wassergemischs ist dabei
viel geringer als die des Wassers. Befindet sich ein Schiff
direkt oder teilweise über einem solchen Gas-Wasser-Gemisch,
so sinkt es unweigerlich in dieses hinein, da der Auftrieb
gemäß dem Gesetz des Archimedes stark verringert
ist. Es sackt also in Sekunden unter das normale Schwimmniveau
ab. Sobald die Gasblasen das Wasser verlassen haben, ist
der Auftrieb wieder normal und das Schiff hebt sich. Sinkt
das Schiff zuvor jedoch mit dem Deck unter die Oberfläche,
so kann Wasser eindringen und das Schiff sinkt. Dies ist
besoners dann zu befürchten, wenn das Gas nur an Bug
oder Heck aufsteigt. U-Boote, die in ein solches Gas-Wasser-Gemisch
geraten, sacken ebenfalls durch und laufen Gefahr, auf dem
Meeresboden aufzuschlagen. Außerdem entstehen beim
Aufsteigen der Gasblasen durch die Reibung mit dem Wasser
elektrische Ladungen, die durch die Aufwärtsbewegung
einen elektrischen Strom und dadurch Magnetfelder erzeugen,
welche das Auftreten von Ausfällen elektrischer und
magnetischer Geräte und Instrumente, so auch von Kompassen,
erklären können.
Nach dem Verschwinden von Flug 19 gaben mehrere Zeugen an,
eine Explosion am Himmel gesehen zu haben. Manche schließen
daraus, dass sich aufgestiegenes Methangas an den Motoren
der Flugzeuge entzündet haben könnte, was zu einer
großen Verpuffung geführt haben könnte,
der die Maschinen schließlich zum Opfer fielen. Allerdings
gibt es bisher keinen einzigen Hinweis darauf, dass es bei
aus dem Meer aufsteigenden Methangas in der Flughöhe
von Flugzeugen zu Verpuffungen kommen könnte.
Das Verschwinden eines im Rahmen der Suchaktion nach Flug
19 gleichfalls verschwundenen Martin-Mariner-Flugbootes
lässt sich ohne weiteres durch die bereits damals wohlbekannte
Tatsache erklären, dass die Maschinen dieses Typs durch
einen Konstruktionsfehler zu plötzlichen Verpuffungen
des Kraftstoffs neigten. Die im Zusammenhang mit Flug 19
manchmal erwähnte Explosion dürfte
auf den Absturz dieses Flugzeugs zurückzuführen
sein. Die Zeugen fanden sich in der Gegend der geplanten
Route dieses Suchflugzeuges und weit weg von der vermuteten
Route der Flug-19-Piloten.
Elektromagnetische Felder
Eine andere Theorie geht von der Einwirkung elektromagnetischer
Wellen auf die Navigationsinstrumente aus, die dadurch ihre
Funktionsfähigkeit verlieren, so dass insbesondere
bei schlechten Wetterbedingungen für Kapitäne
oder Piloten eine Orientierung deutlich erschwert wird.
Dem widerspricht allerdings, dass man bisher keine entsprechenden
Anomalien in der Gegend messen konnte, und dass dies nur
Unfälle in allerjüngster Zeit erklären könnte.
So hatte beispielsweise der erwähnte Flug 19 erwiesenermaßen
keinerlei elektronische Navigationshilfen an Bord.
Riesenwellen
In bestimmten Regionen der Ozeane ist die Wahrscheinlichkeit
für das Auftreten sich überlagernder Wellen erhöht.
Die Amplituden dieser Wellen summieren sich auf, so dass
extrem hohe Wellen (Kaventsmänner bzw. Freakwaves)
auftreten können. Es ist denkbar, dass derartige Überlagerungen
im Bermudadreieck aus geologischen Gründen mit erhöhter
Wahrscheinlichkeit auftreten. Nachgewiesen ist eine solche
erhöhte Wahrscheinlichkeit für dieses Seegebiet
bis heute nicht. Außerdem würden solche Wellen
das Verschwinden von Flugzeugen kaum erklären.
Meteorologische Bedingungen
In dieser Gegend herrschen oft Stürme, die ebenfalls
für einen Teil der verschwundenen Objekte verantwortlich
sein könnten. Auch hierfür gibt es Belege, wie
bei der Geschichte des Schoners Gloris Colita
aus dem Jahr 1940. Dieser wurde 200 Meilen südlich
von Mobile im Golf von Mexiko aufgefunden. Die Segel waren
zerfetzt und der Laderaum war bis oben hin mit Wasser gefüllt.
Das Ruder und das Steuer waren zertrümmert. Anhand
von Zeitungsberichten aus dem Jahr 1940 konnte man nachweisen,
dass zu der fraglichen Zeit schwere Stürme in dem Gebiet
wüteten.
Auch von der amerikanischen United States Navy als so genannte
Microbursts bezeichnete überraschende Stürme,
Gewitterabwinde, die mit unglaublicher Gewalt hereinbrechen
und weniger als fünf Minuten dauern können, kann
man als Ursache für das Verschwinden zahlreicher Objekte
verantwortlich machen.
Infraschall
Infraschall kann unter anderem durch Stürme bei hohem
Wellengang entstehen. Er löst bei Menschen und Tieren
Angstreaktionen aus, ohne dass die Ursache erkannt wird.
Es gibt Hypothesen, dass solcher unhörbarer Schall
in dem Gebiet die Ursache von Panikreaktionen und nicht
rational begründbaren Reaktionen von Schiffsbesatzungen
sein kann. Infraschall breitet sich über große
Entfernungen aus, so dass Havarien auch in Regionen mit
gutem Wetter damit erklärt werden könnten.
Fehlinterpretationen
Bei einigen mysteriösen Begebenheiten im Bermudadreieck
kann man auch davon ausgehen, dass Funksprüche oder
Aussagen falsch interpretiert wurden. Hierfür kann
man mit Sicherheit ebenfalls den Vorfall Flug 19 nennen,
da man die Funksprüche auch anders interpretieren kann.
Setzt man die Funksprüche in eine andere Reihenfolge,
ergibt sich ein anderes Bild des Vorfalls.
Jemand aus der Staffel fragte Captain Edward Powers, den
zweiterfahrensten Piloten von Flug 19, was sein Kompass
anzeige, welcher daraufhin antwortete: Ich weiß
nicht, wo wir sind, wir müssen nach dem letzten Schwenk
abgekommen sein. Lieutenant Cox schaltete sich
in den Funkverkehr ein und fragte. Was ist bei
Ihnen los? Die Antwort von Lieutenant Taylor:
Meine Kompasse sind beide defekt. Ich versuche
Fort Lauderdale zu finden. Bin sicher, dass ich über
den Keys bin, aber ich weiß nicht, auf welcher Höhe.
In dieser Reihenfolge würden die Funksprüche bedeuten,
dass Flug 19 einen falschen Schwenk gemacht hat und dadurch
vom Kurs abkam. Die Flugzeuge befänden sich dann über
Great Sale Cay auf den Bahamas. Da aber Lieutenant Taylor
dort nie geflogen war, täuschte ihn die Ähnlichkeit
der dortigen Umgebung mit den Florida Keys, und er ließ
sich dadurch in die Irre leiten. Daraus resultierte, dass
er nicht mit Bestimmtheit wusste, ob er sich westlich im
Golf von Mexiko oder östlich über dem Atlantik
befand. Die Kompasse waren defekt oder er glaubte dies zumindest,
wodurch eine genaue Positionsbestimmung erschwert wurde.
Die hereinbrechende Dunkelheit tat ein Übriges.
Fehlende Wrackteile
Durch die schnelle Strömung des Golfstroms ist es durchaus
möglich, dass Wrackteile innerhalb eines sehr kurzen
Zeitraums weit verstreut oder abgetrieben werden. Später
können diese dann auf den Meeresgrund gesunken und
von Treibsand bedeckt worden sein.
Unerfahrene Piloten
In den Kriegszeiten waren die Piloten bei weitem nicht so
gut ausgebildet wie heute. Es waren junge Kerle, denen theoretische
Grundlagen wie der Kompassdrehfehler und andere nicht geläufig
waren. Sie waren für geführte Bombereinsätze
in Europa ausgebildet, nicht aber zur eigenverantwortlichen
Navigation über Wasser. Auch die Ausbilder waren nicht
sonderlich erfahren - sie waren 25, maximal 30 Jahre alt
und mehr oder weniger im Schnellverfahren zu Fluglehrern
gemacht worden.
Nun kommt ein weiteres Phänomen hinzu: Bei starken
Cumuluswolken bilden sich deren Schatten scharf auf der
Wasseroberfläche ab, so dass es gerade in den seinerzeit
benutzten Höhen von 3.000 Metern nur schwer möglich
ist, zwischen Wolkenschatten und Inseln zu unterscheiden.
Die Sichtnavigation über Wasser sowieso schon
schwierig genug wird also noch komplexer. Wenn nun
ein unerfahrener Pilot mit einer unzureichenden Anzahl von
Flugstunden in Stress gerät, weil ihn der möglicherweise
aus oben genannten Gründen falsch anzeigende
Kompass irritiert, kann man sich den Rest denken: Die Maschine
fliegt aus dem Bereich der UKW-Flugfunkgeräte und Navigationssender
heraus, der Treibstoff ist bald aufgebraucht, die Motoren
bleiben stehen, und es erfolgt eine meist problemlose Notwasserung.
Die Maschinen dümpeln noch eine Weile auf dem Wasser,
bis sie volllaufen und, da unbeschädigt, spurlos untergehen.
Die wenigen Wrackteile werden durch den starken Golfstrom
schnell aus dem Suchgebiet getrieben.
Panikmache
Schlechte Recherchen sensationshungriger Reporter sind nach
Ansicht von Skeptikern die plausibelste Erklärung für
die Bermudadreieck-Geschichten. So wächst das Bermudadreieck
immer weiter an. Anfangs war einer der Fixpunkte das Südende
Floridas, nun ist es das Westende Kubas. Viele der angeblich
so mysteriös verschwundenen Schiffe sanken ganz einfach
im Sturm, werden aber immer noch als Opfer des Dreiecks
gezählt (Mitunter sogar auch, wenn sie woanders sanken,
und das Dreieck einfach durchfahren hatten). Ein extremes
Beispiel dafür ist Bill Verity. Er soll im August 1969
mit seinem Boot im Bermudadreieck verschwunden sein. Vier
Jahre später konnte Kusche ihn aber bei den Recherchen
zu seinem Buch ausfindig machen. Er erfreute sich bester
Gesundheit und kümmerte sich nicht darum, dass er im
Bermudadreieck verschwunden war.
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Fazit
Je nachdem, welchen Standpunkt man einnimmt und wie
intensiv man recherchiert, findet man mehr oder weniger
überzeugende Argumente dafür oder dagegen,
dass hier unerklärliche Phänomene wirken.
Diskutiert werden Außerirdische, Parallelwelten,
Zeitverzerrungen und Zeitverdichtungen bis hin zu
Platons Atlantis und seinen später hinzugedichteten
sagenumwobenen Kräften, die immer noch
in der Tiefe des Ozeans aktiv sein sollen. Auf jeden
Fall sind nicht alle Vorfälle aus dem Bermudadreieck
oder aus anderen Weltgegenden vollständig geklärt.
Überzeugende Beweise für die Richtigkeit
irgend einer der zum Teil höchst spekulativen
Erklärungshypothesen fehlen. Menschliches oder
technisches Versagen können nicht ausgeschlossen
werden, das zeigt die Geschichte der verschiedenen
Unglücke im Bermudadreieck und anderswo immer
wieder.
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Nach einem Boom der Esoterik
in den 1990er Jahren ist es derzeit ruhig geworden um das
Bermudadreieck, und obwohl täglich zahlreiche Flugzeuge
und Schiffe in dem betroffenen Seegebiet verkehren, bleiben
entsprechende Meldungen rar. Statistisch ist das Gebiet im
Übrigen sicherer als z. B. die massiv von Piraterie betroffene
Straße von Malakka, deren Gefahren allerdings von Menschenhand
ausgehen.
Insgesamt ist festzustellen, dass in diesem Bereich des Atlantischen
Ozeans nicht mehr unerklärliche Unfälle mit Flugzeugen
oder Schiffen geschehen, als an jeder anderen Stelle der großen
Ozeane mit vergleichbarem Verkehrsaufkommen. |
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Wikipedia - Bermudadreieck |
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