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Engel
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Der Engel (vom griechischen ángelos
- Bote, Botschafter über lateinisch angelus als Übersetzung
des hebräischen mal'ach - Bote) ist in vielen Religionen
ein Wesen, das Gott oder den Göttern zur Seite steht,
aber von ihnen unterschieden wird.
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Engel in der Bibel
Im Buch Ijob (um 250-200 v. Chr.) tauchen die "Gottessöhne"
dann wieder auf: Hier erscheint Satan nicht als widergöttliche
Macht, sondern als einer von ihnen (Hi. 1, 6) und
schließt mit Gott die "satanische Wette"
um Ijobs Sündlosigkeit (v. 11f). Später
erwähnt Gott die Gottessöhne nochmals als
die ersten, die ihn mit den Sternen lobten - offenbar
noch vor der Schöpfung der Menschen (Hi. 38,
7). Hier werden Vorstellungen einer Engelwelt sichtbar,
die der Schaffung der Menschenwelt vorausgeht und
die Geschicke der Menschen mitbestimmt.
In der späten Vision vom Endgericht (Dan. 7,
1-14, um 170 v. Chr.) dagegen bleiben die Throne,
die um Gottes Thron aufgestellt werden, leer. Von
Engeln ist hier erst nach dem Erwachen des Sehers
Daniel die Rede: Sie deuten ihm das Gesicht, ohne
dass sie selbst darin eine Rolle spielen. Die Menge
ohne Zahl, die vor Gottes Thron versammelt ist (v.
10), sind keine Engel, sondern die, die im Endgericht
bestehen und Gott anbeten.
Die Bibel geht zwar mit der Umwelt davon aus, dass
es Engel - himmlische, mit Bewußtsein begabte
Geistwesen - gibt; aber sie verzichtet weitestgehend
auf ein Ausmalen dieser Himmelswelt, die in anderen
Religionen damals verbreitet war. Viel wichtiger ist
ihr die Funktion der Engel: den Menschen Gottes Wort,
Gegenwart, Absicht und vollgültigen Willen mitzuteilen.
Darum erscheinen Engel in der Bibel oft einfach als
"Boten Gottes" in menschlicher Gestalt.
Sie sind ohne Zweifel souverän, wie Gott den
Menschen weit überlegen und nicht an die Schranken
und Bedingungen der menschlichen Sinnenwelt gebunden:
aber diese Fähigkeiten treten meist hinter ihrer
Botschaft zurück.
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Die Bibel erwähnt verschiedene
Arten von Engeln, ohne sie in eine klar gegliederte
Engelshierarchie einzuordnen: Seraphim, Cherubim,
Erzengel, Thronoi, Herrschaften, Fürstentümer
und Gewalten (siehe unter anderem: 1. Samuel 4,4;
Jesaja 6,2; Epheserbrief 1,21; Kolosserbrief 1,16).
JHWH, der Gott Israels erscheint hin und wieder bestimmten
Menschen (zum Beispiel Abraham im Hain Mamre und Mose
im brennenden Dornenbusch) in Engelsgestalt. Eine
besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang der
sogenannte "Engel des Bundes", der Hagar,
Abraham, Jakob, Moses, Gideon und erscheint. Daneben
gibt es auch den Racheengel, in dem der Zorn Gottes
Gestalt gewinnt. Vor allem aber bilden die Engel den
"Hofstaat" Gottes und seine "Heeresmacht",
mit der Gott Zebaot, der "Herr der Heerscharen",
für und manchmal auch gegen Menschen streitet.
Eine besondere Bedeutung haben Engel auch als Überbringer
von Heils- oder Gerichtsbotschaften Gottes (etwa im
Alten Testament bei der Zerstörung Sodoms, oder
im Neuen Test! ament bei der Geburt Jesu und bei Jesu
Auferstehung am Ostermorgen). Weitere Aufgaben der
Engel sind nach biblischer Darstellung der Bibel Schutz-
und Hilfsdienste für bestimmte Menschen und Menschengruppen
(Psalm 91; Daniel 6,22; Matthäus (Evangelium)
18,10; Lukas (Evangelium) 16,22; Apostelgeschichte
12,7).
Anbetung kommt nach Aussagen der Bibel den Engeln
jedoch nicht zu (Kolosser 2,18; Offenbarung 19,10;
22,9), sondern es wird gelehrt, dass die Heiligen
(alle Gläubigen) die Engel richten werden (1
Kor 6:3). Jesus lehrt, dass in der Auferstehung die
Menschen bezüglich Heirat und Unsterblichkeit
wie die Engel sein werden (z.B. Lukas 20:35-36). Paulus
lehrt ausdrücklich den Übergang des irdischen
in den unsterblichen Leib (1Kor 15:51). Flavius Josephus
(Hades, VI) lehrt von auferstandenen Männern
und Frauen. Während Sacharja 5,9 dahin gehend
interpretiert werden könnte, dass es auch weibliche
Engel gibt, könnte 1. Kor 11,10 den Schluss zulassen,
dass die männlichen Engel auch anfällig
für die weiblichen Reize der irdischen Frauen
im Gottesdienst seien.
Das biblische Engelbild hat mit dem der Kunst und
Volksfrömmigkeit vielfach nur wenig gemein. Die
verniedlichenden Darstellungen der Engel als Putten
widersprechen der biblischen Darstellung. Als Wesen,
die grundsätzlich der "unsichtbaren Welt"
(Nicäno-Konstantinopolitanum) angehören,
entziehen sie sich der Objektivierung. Dennoch kann
die Sprache des Gebets (vgl. Martin Luthers Morgen-
und Abendsegen), der Liturgie und der Poesie! nicht
auf sie verzichten.
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Jüdisch-christliche Tradition
Viele Engellehren finden sich außerhalb der
kanonischen Bibelschriften. Ein typischer Vertreter
dieser im strengen Sinne nichtbiblischen Schriften
sind die Chroniken des Henoch, die vermutlich im
3. Jahrhundert vor Christus entstanden sind, sich
jedoch aus älteren Quellen speisen. In diesen
Chroniken wird ausführlich über Engel,
ihre Namen, ihre Aufgaben und ihre charakter-istischen
Eigenschaften berichtet. Henoch beschreibt in seinen
Chroniken seine Reise in die zehn Himmel, wo er
das Wirken der Engel sah und dokumentierte. Die
Chroniken von Henoch wurden vom Kirchenvater Hieronymus
im 4. Jahrhundert! 0 nach Christus zu Apokryphen
erklärt und ihnen damit der Rang einer Heiligen
Schrift aberkannt. Neueste Studien haben ergeben,
dass viele Inhalte der Henoch-Texte sich im Neuen
Testament wiederfinden.
Das Judentum kennt neben den in der Bibel genannten
Erzengeln (Gabriel und Michael) auch noch Uriel,
Raphael, Sariel und Jerahmeel, die sehr spät
in der Entwicklung des Judentums auftreten.
Im Mittelalter sah Maimonides Engel in einem rationalistischen
Weltbild als eine biblische Umschreibung der Naturkräfte,
die Gott einsetze, um seinen Willen in der Welt
umzusetzen.
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Systematik und
Hierarchie der Engel nach Dionysius Areopagita
1. Triade: " Seraphim sind vier bzw. sechsflügelige
Symbole des Lichts, der Glut des göttlichen Feuers
(Ez. 1,5 f; Jes 6,1 ff) und stehen Gott am Nächsten.
" Cherubim sind Verbreiter der Erkenntnis, Ergießer
der Weisheit, Beschützer des Garten Edens (Gen 3,24),
werden beim Bau der Stiftshütte (Ex 25,18 ff) sowie
beim Bau des Tempels Salomo (1Kön 6,23 ff) u.a. erwähnt.
" Thronoi (griechisch in etwa: "erhabene Gestalten")
sind die unterste Stufe der 1. Triade und bezeichnen das
Erhabene. Die Septuaginta gebraucht den Begriff auch für
die Seraphim, Paulus spricht im Kolosserbrief von Thronen
(Kol 1,16).
2. Triade: (Kol 1,16 sowie Eph 1,23) " Herrschaften
(Dominationes) sind Beherrscher der Engel. " Mächte
(Principatus) vollziehen unerschüt-terlich den Willen
Gottes. " Gewalten (Potestates) verkörpern die
unzerstörbare Harmonie.
3. Triade: " Fürstentümer (Virtutes)
verkörpern den himmlischen Führungscharakter.
" Erzengel (göttliche Kohorte) fungieren vor allem
als Verkünder göttlicher Offenbarung. Neben Gabriel,
Michael und Raphael taucht Uriel nur in der Mosesapokalypse
auf. Jakob kämpft mit Penuël (Gottesgesicht) in
Gen 32,31. Der Talmud kennt noch Samael, Sedekiel (verhindert
die Opferung Isaaks), Anael (Barakiel) und Sabbataios (Schepteel).
Damit ergibt sich mit Gabriel, Michael und Raphael eine
Siebenereinheit wie bei Zarathustra, die sich leicht mit
den Gestirnen identifizieren lassen. " Engel (Schutzengel)
stehen auf der untersten Kategorie und stehen den Menschen
am Nächsten. Sie haben unterschiedliche Bezeichnungen
wie Scharen (Ijob 19,12 und Ps 103,21), Erscheinung (Dan
10,7) oder Geister (Offb 1,4).
Dieser Form der Hierarchienlehre wurden im Lauf der Zeit
immer wieder einzelne Elemente zugefügt. Beherrscht
werden die Hierarchien in den verschiedenen Religionen vom
jeweiligen Schöpfergott, so im Islam von Allah und
im Christentum von der Trinität (Dreifaltigkeit).
Eine tiefergreifende Änderung erfuhr die Hierarchienlehre
durch die Theosophie, die den jüdischen Schöpfergott
JHWH in die 2. Triade stellte und als sogenannte 4. Triade
die Reihenfolge Mensch, Tier, Pflanze, Stein angab.
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Die Engellehre in der Anthroposophie
Lt. der mittelalterlichen Lehre an welche die Anthroposophie
anknüpft, gibt es neun Hierarchien. Der Mensch soll
einmal zur 10. Hierarchie werden, so jedenfalls Rudolf Steiner.
Es ergibt sich folgendes Schema:
Dreifaltigkeit Gott-Vater, Sohn und Heiliger Geist
1. dem Vater zugeordnet:
1.1. Seraphim
1.2. Cherubim
1.3. Throne
2. dem Sohne zugeordnet:
2.1. Kyriotetes (Weltenlenker)
2.2. Dynameis (Weltenkräfte)
2.3. Exusiai (Offenbarer) = hebräisch ELOHIM
3. dem Heiligen Geist zugeordnet:
3.1. Archai (Zeitgeister)
3.2. Archangeloi (Erzengel)
3.3. Angeloi (Engel, auch Schutzengel)
So jedenfalls stellt es Hans-Werner Schroeder in seinem
Werk Mensch und Engel auf S. 151 (Fischer-Taschenbuchausgabe),
dar.
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Zuordnung der Engelhierarchien im Lebensbaum
der Kabbala
I - Kether - Krone = Seraphim
II - Chokmah - Weisheit = Cherubim
III - Binah - Intelligenz = Throne
IV - Chesed - Liebe = Kyriotetes
V - Geburah - Strenge = Dynameis
VI - Tiphereth - Schönheit = Exusiai
VII - Nezach - Sieg = Archai
VIII - Hod - Glanz = Erzengel
IX - Jesod - Fundament = Engel
X - Malkuth - Königreich = Mensch
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Engelverehrung im Christentum
gestern und heute
Zu allen Zeiten des Christentums hatte der Engelglaube
eine zentrale Bedeutung. Allerdings spielen hier wie
so oft auch konfessionelle Unterschiede eine Rolle.
Während die Verehrung von Engeln im Katholizismus
und der christlichen Orthodoxie immer positiv beurteilt
wurde, standen die reformierten Kirchen dieser Form
der Religiosität eher skeptisch bis ablehnend
gegenüber.
Anders die lutherischen Kirchen. Der Gedenktag des
Erzengls Michael und aller Engel, gefeiert am 29.
September, spielt zumindest in der Selbständigen
Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) eine große
Rolle.
So finden sich in ihrem Evangelisch-Lutherischen Kirchengesangbuch
(ELKG) zahlreiche Engellieder, wie
" Herr, Gott, dich loben alle wir (lat. Dicimus
grates tibi des lutherischen Theologen Philipp Melanchthon
(1539) deutsch von Paul Eber 1561) (ELKG 115) "
Heut singt die liebe Christenheit (Nikolaus Hermann
1560) (ELKG 116) " Gott, aller Schöpfung
heilger Herr ( Ernst Hofmann 1971) (ELKG 447)
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Engel aus der Sicht der Mormonen
In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
("Mormonen") wird mit Engel ein von Gott gesandter
Bote gemeint. Dies kann nach der Lehre der Kirche auch ein
bereits auferstandener Mensch sein. Eine besondere Rolle
in ihrem Glauben spielt der anderweitig nicht bekannte Engel
Moroni, durch den ihr Stifter Joseph Smith das Buch Mormon
empfangen haben soll.
Engel im Islam
Die Engel, arabisch al-Mala'ika (einschließlich der
Erzengel) sind nach islamischer Lehre keine verniedlichten
Wesen, wie man sie aus europäischen Darstellungen kennt,
sondern - ähnlich der biblischen Darstellung - gewaltige
und mächtige unsichtbare Licht-Gestalten von teils
gigantischen Ausmaßen, die ihre jeweiligen Aufgaben
haben. Die Engel sind im Islam die Boten, die den Propheten
die Offenbarungen Allahs übermitteln. So ist beispielsweise
dem Propheten Muhammad der Erzengel Gabriel erschienen und
hat ihm den Koran übermittelt.
Der Hadith sagt, dass Gott jeweils am 120. Tage nach der
Zeugung einen Engel sendet, der dem ungeborenen Menschen
den Odem Gottes einhaucht.
New Age und Engel
Einige moderne spirituelle Bewegungen bezeichnen in ihren
Glaubenssystemen auftretende Wesen oftmals auch als Engel,
entwickeln allerdings ein von der traditionellen Bedeutung
abweichendes Konzept. So wird von Esoterikern (und auch
einigen Romanautoren) angegeben: Engel sind Lebewesen, die
grundsätzlich von Menschen verschieden sind, da sie
aus einem anderen Teil Gottes heraus geschaffen sind. Dadurch
sind sie nicht in der Lage zu lügen, haben sich auch
nicht so weit von der Liebe Gottes entfernt und stehen deshalb
Gott näher als die meisten Menschen. In Demut und Freude
vollziehen sie seinen Willen, können aber durch Gebete
oder Gedanken um Hilfe gebeten werden.
Engel als Entwicklungsstufe der Seele
In der Mystik gibt es die Vorstellung, dass sich eine Seele
über verschiedene Stufen von Steinen, Pflanzen und
Tieren hin zum Menschen entwickelt. Nach dem Tod des menschlichen
Körpers kann eine Seele die Stufe des Engels erreichen.
Der sufische Mystiker Dschalal ad-Din Rumi beschreibt dies
in seinem Gedicht Mathnawi:
Ich starb als Stein und sprosst' als Pflanze auf
Ich starb als Pflanze und ward Tier darauf
Ich starb als Tier und bin zum Mensch geworden
Was grauet mir, hab' durch den Tod ich je verloren?
Als Menschen rafft er mich von dieser Erde
Dass ich des Engels Fittich tragen werde
Als Engel noch ist meines bleibens nicht
Denn ewig bleibt nur Gottes Angesicht
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Engel in Kunst und Kultur
Zarte Gestalten in weißen Gewändern, freche
pummelige Knaben oder wütende Ritter mit Schwert
und Feuer - so zeigen sich die Engel im Laufe der
Jahrhunderte. In allen Zeiten und Kulturen malten
oder formten Künstler Wesen mit Flügeln,
um den unsichtbaren Kräften des Lebens eine Gestalt
zu geben. Engel stehen für die Verbindung mit
dem Kosmos. Die künstlerischen Vorstellungen,
wie Engel aussehen, gehen dabei stark auseinander.
In Engeldorf in der Eifel hat ein Sammler über
5000 Engelsfiguren und Bilder zusammengetragen.
Die ersten Engelsbilder
Einige der ältesten Zeugnisse menschlicher Kultur
sind aus dem Zweistromland erhalten. Die Sumerer,
die Babylonier und die Assyrer lebten in dem Gebiet
zwischen den Flüssen Euphrat und
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Tigris im heutigen Territorium des Irak.
Sie gestalteten gewaltige geflügelte Geistwesen als
Fürbitter und Mittler vor den göttlichen Weltherren.
Diese Wesen hießen Kerube oder Genien und waren phantastische
Mischwesen aus Mensch und Tier oder geflügelte Menschen
mit Tierköpfen. Bekannt sind der Genius Imdugud, der
als löwenköpfiger Adler den Tempel der Stadt Uruk
bewachte. Oder die schwebenden Genien in Menschengestalt
aus dem Relief des Weihwasserbeckens des sumerischen Königs
Gueda um 2600 vor Christus. Beide Darstellungen sind im
Louvre in Paris ausgestellt.
Die Engel der Griechen
In der Kultur und Religion der alten Griechen gab es viele
Götter und zahlreiche halbgöttliche Botenwesen,
die zwischen den Göttern und den Menschen wirkten.
Hier entstand gleichsam der Urtyp aller Götterboten,
der griechische Gott Hermes. Er wurde zunächst als
bärtiger Mann dargestellt, seit dem fünften Jahrhundert
vor Christus aber als anmutiger Jüngling, bartlos und
mit Flügelhut oder Flügelschuhen. Hermes ist Sohn
des Zeus und der Nymphe Maia. Er ist immerfort unterwegs,
ist mit allen Regionen der Welt verbunden, begleitet Reisende
durchs Leben und führt verstorbene Seelen über
die Todesschwelle des Hades. Er ist einer der berühmtesten
Botengestalten der Menschheit. Weitere bekannte Flügelwesen
der Antike sind die löwenähnliche Sphinx, die
vogelgleich singenden Sirenen und die geflügelte Siegesbotin
Nike, deren kopflose Statue aus dem dritten Jahrhundert
vor Christus ebenfalls ! im Louvre zu bewundern ist.
Engel im europäischen Mittelalter
Im Mittelalter richtete sich die Kunst in Europa nach den
Vorgaben der Bibel. Die Engel der Bibel sind strahlende
Lichtgestalten ohne eigene Körper. Nur dem menschlichen
Auge zuliebe nehmen sie sichtbare Gestalt an. Eigen ist
ihnen das lange weiße Gewand, in dem sie sich den
Menschen zeigen. Bedeutungsvoll in der christlichen Kunst
war außerdem die Farbgebung: Farben wie Gold, Rot,
Purpur und Blau waren Symbole für die göttliche
Ordnung. Bis zum vierten Jahrhundert wurden die Engel meist
ohne Flügel dargestellt. Man wollte sich von den vorchristlichen
Flügelwesen distanzieren. Eine Ausnahme sind dabei
die Engelsgruppen der Cherubim und Seraphim: Ihre Leiber
sind gleich vierfach oder sogar sechsfach umflügelt.
Ein Beispiel für altchristliche Engelsdarstellung findet
sich in der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom. Auf einem
Mosaik aus dem vierten Jahrhundert sind machtvolle, weißgewandete
E! ngelsjünglinge zu sehen. Das Rot ihrer Haut soll
ihr feuriges Licht-Dasein verdeutlichen.
Ritter, Putten und Lichtgestalten
Mit der menschlichen Gesellschaft veränderten sich
auch die Engel. Die Renaissance brachte ein neues Weltbild
und ein neues Interesse am Menschen. Der Künstler Raffaelo
Santi (1483-1520) malte Ritterengel mit Schwert und Feuer,
Michelangelo Buonarotti (1475-1564) ließ Engel in
der irdischen Schönheit nackter Jünglinge erblühen.
In der nachfolgenden Zeit des Barocks wurden die Engel zu
dicken, kleinen Kindern - die Putten waren geboren. Maler
wie Peter Paul Rubens (1577-1640) oder Nikolas Poussin schmückten
die himmlischen Boten mit üppigem barocken Fleisch.
Engel waren spielende oder musizierende Teilnehmer am großen
Welttheater der reichen Kaiserhöfe. In der Zeit der
Romantik experimentierte William Turner mit Licht und Schatten
in der Malerei. Er gestaltete 1846 den "Engel vor der
Sonne", einen weiblichen Engel, der in der strahlenden
Sonnenmitte fast zerfließt.
Moderne Engel
In der chaotischen Zeit der Jahrhundertwende vom 19. zum
20. Jahrhundert und in der Zeit der Weltkriege fanden Engel
kaum mehr einen Platz. Die Künstlerinnen und Künstler
arbeiteten abstrakt und nur noch wenige widmeten sich den
positiven Engelswesen. Der Bildhauer Ernst Barlach erinnerte
1923 mit seinem flügellos schwebenden Bronzeengel an
die Toten des Krieges. Bekannt sind auch die stürzenden
Engel von Marc Chagall und der "Angelus Novus"
von Paul Klee aus den vierziger Jahren. In der heutigen
Zeit erleben die Engel eine Wiederentdeckung. Losgelöst
von religiösen Vorgaben tauchen sie im Alltag auf.
Lebensversicherungen werben mit digitalen Schutzengeln,
Umweltorganisationen nehmen Engel als Markenzeichen, Wahrsager
legen nicht mehr Tarot, sondern Engelskarten. Gleichzeitig
werden viele der alten Engelsbilder als Postkarten, Poster
oder Notizbuchmotiv eingesetzt.
Kontakt zu Engeln
Auch in der Gegenwart berichten Menschen von Engelsbegegnungen.
Einige erzählen sogar von Dauerkontakten zu bestimmten
"Geistwesen", die sie in allen Lebenslagen beschützen,
begleiten und beraten. Von protestantischer Seite werden
solche Berichte eher kritisch betrachtet - insbesondere
dann, wenn in solchen Erfahrungsberichten Engel die Funktion
einnehmen, die nach der Bibel alleine Gott zukommt. Andere
kirchliche Stellungnahmen - vor allem solche aus dem evangelikalen
Lager - weisen daraufhin, dass auch dämonische Mächte
zuweilen als Engelwesen auftreten. Demgegenüber stehen
im Allgemeinen römisch-katholische Christen und noch
stärker die solchen Berichten eher positiv gegenüber.
So wird z.B. die Homepage des Vatikan www.vatican.va 'Gabriel'
genannt, wie der Erzengel der Verkündigung. Die Firewall
zum Schutz vor Computer-Viren heißt 'Michael', wie
der Wächter-Engel. Und das Intranet, das nur für
die Angestellten zugänglich ist, trägt den Namen
'Raphael', der stets im Geheimen arbeitet. "Wir brauchen
den Extra-Schutz der Erzengel einfach", so Schwester
Judith Zoebelein, Leiterin der Vatikan-Homepage.
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Schutzengel
Ein Schutzengel ist ein Geist-Wesen (Engel), welches
einem einzelnen Menschen als persönlicher Beistand
zur Seite gestellt ist. In der katholischen Kirche
ist der Glaube an die Existenz von Schutzengeln zwar
kein zentraler Glaubensinhalt, jedoch Bestandteil
des Glaubens. Theologisch begründet wird die
Existenz durch die Bibel-Stelle Matthäus 18,10:
Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu
verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel
sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.
Daraus wird geschlossen, dass jeder Mensch einen solchen
(Schutz-)Engel hat. Es gibt auch zahlreiche Berichte
von Menschen, die behaupten, Kontakt zu ihrem Schutzengel
zu haben, ihn gesehen oder gespürt zu haben bzw.
von ihm aus einer kritischen Situation gerettet worden
zu sein.
Todesengel
Als Todesengel bezeichnet man ein christliches Bild,
durch welches der Tod als ein Genius dargestellt wird,
der die Seele aus diesem zu einem besseren Leben hinüberführt.
Der Todesengel entspricht funktional dem griechischen
Hermes, welcher als Psychopompos die Seelen der Abgeschiedenen
nach dem Hades geleitet. Fachkräfte in Heil-
und Pflegeberufen, die wiederholt gesunden, oft schwächeren
oder älteren Menschen vermeintliche Sterbehilfe
leisten, werden umgangssprachlich auch als Todesengel
bezeichnet.
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Wie kommen wir in Kontakt mit Engeln?
" In der Meditation ist es am leichtesten mit ihnen
in Kontakt zu kommen. " Leichte Ernährung, Reinlichkeit,
das liebevolle Miteinander, die allgemeine emotionale Schwingung
bewirkt und erleichtert die Möglichkeit in die Ebene
der Engel zu kommen. " Engel möchten mit uns in
Kontakt treten und warten auf Ansprache um zu helfen. "
Laden Sie die Engel ein, wie einen Guten Freund an ihrem
Leben teilzunehmen. Damit öffnen sie das Tor und die
Engel beginnen aktiv an Ihrem Leben Teil zu nehmen. Sie
öffnen sich für die Schwingung und die Begegnung,
so wird die Lebenskraft gestärkt und die Sensibilität
aktiviert. Die subtile Energie und die Wahrnehmung wird
mit der Zeit so gestärkt, das Sie das Licht oder sogar
die Lichterscheinung wahrnehmen können. Sie können
die Engel bitten Ihnen zu helfen oder geben es einfach ab,
Ihr Problem, Ihre Sorgen, Ihre Schmerzen usw.
Was können die Engel bei uns bewirken?
Sie schenken uns Kraft und Liebe. Sie helfen uns die Ruhe
und den inneren Frieden zu finden. Sie helfen uns loszulassen.
Nehmen uns Kummer, Sorgen und Ängste wenn wir uns Ihnen
anvertrauen. Außerdem lassen Sie uns erkennen was
wir zu tun haben.
Darf man Engel um alles bitten?
Ja. Sie stehen uns immer bei und sind immer bereit uns zu
unterstützen und zu helfen. Je mehr wir lernen ihre
Hilfe in unseren Alltag einzubeziehen, desto leichter werden
wir mit ihrer Hilfe unser Alltag meistern. Das können
große Probleme sein, die aussichtslos erscheinen,
aber genauso kann man um einen Parkplatz bitten, um staufreie
Autobahn, um den richtigen Partner zu finden, den richtigen
Arbeitsplatz, eine neue Wohnung oder das richtige Haus.
Viele meinen einen Engel kann man nicht für materielle
Belange bitten, doch sie vergessen dabei, dass die Materie
ein Ausdruck von Eigenliebe und Gottes Annahme in uns selbst
ist. Denn wer sich selbst liebt ist in der Lage die Schönheit,
Wohlstand und Reichtum zu erleben und mit seinen Mitmenschen
zu teilen. Denn alles ist Energie, und Materie ist der Ausdruck
unseres Reichtums oder der Mangel unseres Denkens. Doch
Gott ist die Fülle und seine Boten sendet er uns um
diese Fülle zu erkennen und in die! Materie umzuwandeln.
Wir sind die Schöpfer unserer Realität.
Hier eine einfache und wirkungsvolle Übung, die
Du wenn möglich täglich durchführen solltest:
Stell Dich mit ausgestreckten Armen, gerader Wirbelsäule
und leicht nach oben geneigtem Kopf hin. Sage aus vollstem
Herzen:
"Lieber Gott, hier und jetzt bin ich bereit, Deine
vollkommene Fülle, die Du für mich bereit gestellt
hast, zu empfangen."
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