|
Woher haben Sie diese Fähigkeiten?
Meine Mutter stammt aus der Familie des Psychoanalytikers
Sigmund Freud - mein Name lautet eigentlich Uri Geller-Freud
-, und sie war der Meinung, dass er mir gewisse Kräfte
vererbt habe. Vor einiger Zeit las ich zu meiner Überraschung
in der deutschen Zeitschrift Esotera, dass Freud mit
Albert Einstein tatsächlich Telepathie-Experimente
durchgeführt hat.
Wurden Ihre paranormalen Kräfte durch irgendeinen
bestimmten Vorfall ausgelöst?
Das weiß ich nicht mehr genau, aber als ich
sechs Wochen alt war und noch in Tel Aviv lebte,
schoss eines Tages die Kugel eines britischen Soldaten
durch unser Fenster. Ich wäre von den Glassplittern
getroffen worden, wenn sich nicht ein Teddybär
irgendwie vor mein Gesicht bewegt hätte. So blieb
ich wunderbarerweise unverletzt. Ein anderes Mal spielte
ich gerade im Garten, als ich vom Himmel her ein merkwürdiges
Geräusch hörte. Als ich nach oben sah, wurde
ich von einem hellen Lichtstrahl getroffen und verlor
das Bewusstsein. Ich frage mich manchmal, ob dieses
Licht nicht von einer höheren Intelligenz stammte.
Von einer außerirdischen Intelligenz?
Warum nicht? Andrija Puharich, der Wissenschaftler,
der mich nach Amerika brachte, ist der Ansicht,
dass ich meine Kräfte kosmischen Wesen verdanke.
Ich kann das nicht gänzlich ausschließen,
sondern höchstens sagen, dass es zu 90 Prozent
nicht der Fall ist. Aber den Rest müssen wir
offen lassen. Wie könnte ich es mit Sicherheit
ausschließen? Ich bin ein sehr re ligiöser
Mensch und glaube an Gott. Und ich weiß, dass
Gott unendlich ist und in der unvorstellbaren Weite
des Universums Milliarden von Sternen und Planeten
kreisen. Auf einem davon muss doch in irgendeiner
Form intelligentes Leben entstanden sein. Vielleicht
können diese Wesen uns besuchen und vielleicht
verdanke ich meine paranormalen Fähigkeiten
tatsächlich extraterrestrischen Wesen.
Wie wurden Sie entdeckt?
Da kam so einiges zusammen. Nach meiner Verwundung
im Sechstagekrieg arbeitete ich zunächst als
Dressman. Eines Tages verbog ich für einen Fotografen
einen Schlüssel und er lud mich daraufhin zu
einer Party ein. Nach und nach wurden die Partys und
die Gäste immer wichtiger. Zuerst waren es Fotografen,
dann Anwälte, Richter, Politiker, und schließlich
traf ich sogar die Ministerpräsidentin Golda
Meir. Am folgenden Tag wurde sie interviewt und antwortete
auf die Frage nach der Zukunft Israels: »Fragt
nicht mich, fragt Uri GeIler.« Dies war natürlich
die beste Werbung, die ich mir vorstellen konnte.
Von diesem Tag an stand mein Telefon nicht mehr still,
und jeder wollte mich sehen - eine wahre Massenhysterie!
Wie wurde die wissenschaftliche Szene auf Sie
aufmerksam?
Der Wissenschaftler Andrija Puharich sah mich einmal
auf der Bühne und sagte hinterher zu mir: »Wenn
das keine Tricks und Sie kein Magier sind, dann ist
das unglaublich.« Er stellte mich sogar Edgar
Mitchell vor, einem Astronauten, der schon einmal
auf dem Mond war, sowie Hal Putthof und Russell Targ
vom berühmten Forschungsinstitut der Universität
Stanford (SRI). Ich reiste dann in die USA und unterzog
mich am SRI Anfang der 70erjahre mehreren Labortests.
Was hielt das SRI von Ihren Fähigkeiten?
Sie haben meine paranormalen Fähigkeiten auf
die Probe gestellt und in Nature, dem angesehensten
Wissenschaftsmagazin der Welt, einen Artikel darüber
veröffentlicht - womit meine Fähigkeiten
als erwiesen galten. Damit begannen allerdings auch
die massiven und bösartigen Angriffe gegen mich.
Einige Magier behaupteten, alles wäre nur Schwindel
und ich würde mit Laserstrahlen, Chemikalien
oder Taschenspie-lertricks arbeiten und die Menschen
täuschen.
Einer Ihrer schärfsten Kritiker ist der
illusionist James Randi ...
Dazu möchte ich mich nicht einmal äußern,
vor allen Dingen auch, weil ich ihn verklagt habe.
Einige Skeptiker kann man wirklich nur bedauern, sie
haben einfach den Anschluss an das verpasst, was seit
einiger Zeit auf der Welt geschieht. Sie klopfen sich
gegenseitig auf die Schulter und loben sich über
den grünen Klee. Das ist aber Gott sei Dank nur
noch eine verschwindende Minderheit und diese Leute
werden allmählich aussterben, während sich
die Berichte über Paranormales und Außerirdisches
immer mehr häufen, weil sie eine Tatsache sind.
Ihre engstir- nige Geisteshaltung hat keine Zukunft.
Was empfanden Sie, als Sie ständig des
Betrugs bezichtigt wurden?
Ich kam mir vor, als würden mich alle durch
ein Vergrößerungsglas inspizieren. Ich
trat deshalb nicht mehr auf und arbeitete eine Zeit
lang für Ölgesellschaften. Dort setzte
ich meine Kräfte dafür ein, Mineralvorkommen
zu finden. Das hat mich unabhängig und zudem
ziemlich reich gemacht, und ich konnte mir jeden,
mit dem ich nichts zu tun haben wollte, endlich
vom Leibe halten. Aber Geld ist nicht das Wichtigste
in meinem Leben - Gesundheit ist viel wichtiger.
Geld hat natürlich seine guten Seiten. Es verschafft
einem ein wenig Zeit, Bequemlichkeit und die wunderbare
Freiheit auf Angebote zu erwidern: »Sorry,
ich bin nicht interessiert.«
Was sind Ihre neuesten Projekte?
Ich bin für Wissenschaftler tätig. Diese
Projekte sind positiver Art, aber geheim. Mir wird
nicht mehr wie früher ständig auf den
Zahn gefühlt. Heute heißt es nicht mehr:
»Hat Uri Geller übernatürliche Kräfte
oder nicht?« Stattdessen fragt man: »Wie
können wir diese Kräfte nutzbringend einsetzen?«
Kürzlich nahm ich an einer Konferenz teil und
demonstrierte meine Fähigkeiten vor einigen
renommierten Wissenschaftlern. Ich traf den Nobelpreisträger
Brian Josephson. Er ist einer der bedeutendsten
Physiker Englands und war zutiefst von meinen paranormalen
Fähigkeiten beeindruckt.
Glauben Sie, dass die Einstellung der Leute gegenüber
paranormalen Dingen sich allmählich ändert?
Absolut. Die Jahrtausendwende spielt hier eine wichtige
Rolle. Die Menschen sind offen für neue Horizonte.
Ich hoffe, dass irgendwann einmal ein UFO auf der
Erde landet, und zwar an einem Ort, an dem es jeder
mitbekommt - vielleicht im Central Park in New York.
Dann wäre endlich Schluss mit all den Spekulationen.
Ich weiß, dass uns die Regierungen einiges
vorenthalten. Ich kenne den Astronauten Edgar Mitchell
und er weiß auch von diesen Dingen. Ich habe
mit FBI- und CIA-Agenten zusammengearbeitet und
da sickern immer einige Infor-mationen durch.
Wird also bald etwas passieren?
Etwas Bedeutendes. Die Informationen der NASA über
mögliches Leben auf dem Mars sind unfassbar.
Ich denke, dass es in zehn Jahren vielleicht ein
Zusammentreffen geben wird. Ich habe seit dem Jahre
1969 einigen Menschen die Augen geöffnet. Wenn
man einmal die verstockten Zyniker beiseite lässt,
dann gibt es noch die Millionen von Menschen, die
prinzipiell sagen: »Naja, ich weiß nicht.«
Aber es gibt Milliarden von Menschen, die es noch
nicht verlernt haben zu träumen und an etwas
zu glauben - Menschen, die noch eine Vision haben.
Das sind diejenigen, die unsere Welt voranbringen,
und an diese für neue Dinge offenen Menschen
möchte ich mich wenden.
Welche Folgen hat es, wenn Ihre Kräfte wissenschaftlich
bestätigt sind und immer mehr Menschen daran
glauben?
Ich kann Ihnen nur sagen, wovon ich träume. Ich
nenne es jedenfalls einen Traum, aber ich hoffe,
er wird Wirklichkeit. Es ist allerhöchste Zeit,
dass wir uns über die Abrüstung der Atomwaffen
Gedanken machen. Wir schweben ständig in der
Gefahr eines Nuklearkrieges, und irgendwann wird es
vielleicht eine Katastrophe geben. Diese kann durch
eine Terroristenorganisation ausgelöst werde,
die eine Bombe zündet oder durch ein Leck in
einem Atom-UBoot. Ich möchte die Menschen
aufrütteln und hoffe, dass die Energie von drei
oder vier Milliarden Menschen dem allen Einhalt gebieten
kann.
Wie wollen Sie eine so große Anzahl von
Menschen mobilisieren?
Ich versuche bei der Olympiade im Jahr 2000 einen
Sendeplatz zu bekommen. Es ist eigentlich noch zu
früh darüber etwas zu erzählen, doch
die Türen öffnen sich bereits. Die kollektive
Kraft von Milliarden von Menschen wird ungeheuer sein
und Unglaubliches bewirken, davon bin ich fest überzeugt.
Ich kann nur beten, dass sich diese Idee verwirklichen
lässt.
|