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1926 kam in Neu-Dehli, Indien, ein Kind
zur Welt dessen Geschichte bald um die ganze Welt gehen
sollten. Shanti Devi wurde zum größten Spekulationsobjekt
der Reinkarnationsforschung und ihr Fall wird bis heute
von Kritiker und Befürwortern der Reinkarnation diskutiert.
Shanti wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Eigentlich
war sie ein Kind wie jedes andere, nur fiel vielen auf das
Shanti ruhiger und manchmal sehr tief in sich gekehrt war,
als hätte sie ein Geheimnis, welches sie still in sich
trage. So kam es daß sie selbst im Alter von 4 Jahren
noch immer nicht sehr viel sprach. Als das Mädchen
anfing ihre ersten zusammenhängende Sätze zu sprechen,
waren ihre Eltern sehr besorgt, denn einer ihren ersten
Sätze waren: Du bist nicht meine Mutter. Auch schien
das Mädchen durch ihre Ernsthaftigkeit mehr und mehr
ihrem Leben als Kind zu entgleiten. Shanti wollte kurz darauf
auch nicht mehr auf ihren Namen hören und nannte sich
selbst Chaubine.
Shanti erzählt von dem Ort den sie als ihr eigentliches
zu Hause kannte. Es gab dort einen großen Hof, Ringelblumen
und Jasmin blühten dort im Garten und das
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Haus sei mit geben Stuck verziert
und hatte bogenförmige Türen und Fenster.Dennoch
sprechen die Eltern ihrer Tochter noch immer eine
eigenartig große Fantasie zu und schenkten ihren
Erzählungen keine besondere Aufmerksamkeit. Selbt
als Shanti von einem ordentlichen Mann mit Lesebrille
und einer Warze auf der linken Wange erzählte
glaubten die Eltern nicht was sie da hörten.
Denn dies soll ihr Ehemann sein. Sie verweigerte immer
häuftiger den Nachtisch des Abendessens, denn
bei sich zu Hause, in Mathura, habe sie andere Süßigkeiten
gegessen. Obwohl Shanti noch nie in dem 128 KM entfernten
Ort Mathura war, sprach sie von diesem Ort wie von
ihrem wahren zu Hause.
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Je älter Shanti wurde, um so präziser
wurden ihre Aussagen. Als ihre Mutter sie einkleiden wollte,
erzählte Shanti ihr davon welche Kleidung sie früher
getragen hatte. Es wäre der Sari einer erwachsenen
Frau gewesen. Auch wurden die Angaben über ihren angeblichen
Ehemann immer genauer. Er wäre Ladenbesitzer und hätte
sein Geschäft direkt am Dwarkadhish-Tempel. Als Shanti
6 Jahre alt war, konnte sie sich an ihren eigenen Tod erinnern
und fing an ihn den Eltern zu schildern. Nachdem sie einen
gesunden Sohn geboren hätte, wäre sie an den Folgen
eines Kaiserschnitts gestorben. Die Eltern waren hilflos
und waren sich nun einige professionelle Hilfe zu Rate zu
ziehen. Der Hausarzt war verblüfft als die 6-jährige
ihm die genauen Einzelheiten des Vorgangs eines Kaiserschnittes
schilderte. Es kam mehr und mehr die Vermutung auf daß
Shanti über ein früheres Leben erzählte -
Ein Leben vor ihrer Geburt.
Shantis unerklärlichen Erinnerungen nahmen im Laufe
der Zeit immer deutlichere Züge an. Sie war viel am
flehen daß man sie doch bitte zurück nach Hause
- ihrem wahren Zuhause - zurückbringe, daß sie
wieder bei ihrem Mann und ihrem Kind sein könne. Wenn
man Shanti nach dem Namen ihres Gatten fragte errötete
sie leicht und schwieg. Man muß dazu erwähnen
daß es bei einigen indischen Frauena als unsitte gilt,
den Namen ihres Mannes zu nennen. Selbst einem entfernten
Verwandten, einem Lehrer der zur Hilfe gerufen wurde, wollte
Shanti den Namen ihres Mannes nicht nennen. Ihre einzigste
Antwort auf diese Frage war, sie würde ihren Mann schon
erkennen wenn er denn vor ihr stünde. Also griff der
Lehrer zu einem Trick. Er versprach Shanti sie nach Mathura
zu begleiten, wenn sie bereit wäre den Namen zu nennen.
Voller Sehnsucht glaubte die damals 9 Jährige dem Lehrer
und flüsterte ihm den Namen "Pandit Kedarnath
Chaube" ins Ohr.
Nachforschungen wurde angestellt. Anhand Shantis aussagen
konnte die Adresse des Mannes ausfindig gemacht werden.
Es wurde ein Brief an ihn verfasst, in dem man ihn mit den
Aussagen des Kindes konfrontierte und wurde gebeten nach
Delhi zu kommen um die Geschichte erhellen zu können.
Kedarnath Chaube fühlte sich wie vor den Kopf gestossen.
Wie konnte ein Mädchen aus der fernen Metropole behaupten
seine Frau zu sein, die vor etwa 10 Jahren an den Folgen
eines Kaiserschnittes, zur Geburt des gemeinsamen Sohnes,
starb; der Junge überlebte. Er hatte kurz nach dem
Tod seiner Frau wieder geheiratet und dachte daher an eine
Verschwörung oder eine grobe Art von Schwindel. Doch
er war anhand der Aussagen des fremden Kindes sehr beunruhigt
und schickte daher zunächst einen Cousin aus Delhi
zum Haus des Mädchens mit der Hoffnung mehr über
Shanti erfahren zu können.
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Als der Cousin Chaubes vor Shanti
stand rief diese sofort aus daß er der Cousin
ihres Mannes war. Niemand hatte Shanti von seinem
Kommen berichtet und er war total durch den Wind.
Er versuchte Shanti unter Druck zu setzen und fragte
sie ob sie dann das Haus ihres Gatten wiedererkennen
würde. Kess wie sie war antwortete sie ihm daß
er sie doch noch Mathura bringen solle und sie würde
ihm das Haus schon zeigen. Chaube wurde daraufhin
von seinem Cousin über die Geschehnisse informiert
und reiste daher am 12. November 1935 nach Neu Delhi.
Da er am nächsten Tag das junge Mädchen
aufsuchen wollte, verabredete er sich am Vorabend
mit seinem Cousin und arbeitet eine List mit ihm aus.
Er würde mit kommen zu Shanti Devi. Allerdings
wolle er als sein ältere Bruder vorgestellt werden
um das Mädchen zu testen.
Doch Shanti fiellt darauf nicht herein. Errötet
stand sie vor den beiden Männern und deren Familie
und macht ihnen klar daß es sich hierbei nicht
um ihren Schwager sondern ihren Ehemann handelte.
Als sie den vermeintlichen Sohn Navneet sah, brach
sie in Tränen aus und schloss ihn in die Arme.
Niemand hätte einen solch emotionalen Ausbruch
des sonst eher schüchternen Mädchens erwartet.
Beklommen standen sich die Familien gegenüber.
Es gab ein gemeinsames Abendessen und auch hier schilderte
Shanti genau
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Einzelheiten des Hauses, in dem sie gelebt
habe. Auch wollte sie von ihrem Mann wissen, weshalb er
diese andere Frau geheiratet hatte, immerhin hätten
sie sich beide beschworen nie wieder zu heiraten. Kedarnath
fand keine Antwort. Viele eher wollte er Aufklärung
haben und stellte Shanti daher einige sehr intime Fragen.
Doch Shanti konnte sie alle beantworten. Daraufhin war Kedernath
fest davon überzeugt die Reinkarnation seiner ersten
Ehefrau vor sich zu haben. Als die Familie Chaube sich am
15. November verabschiedete soll es zu bewegenden Abschiedszenen
gekommen sein. Shanti wurde von ihren Eltern nicht erlaubt
mit nach Mathura zu Reisen.
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Der Fall verbreitete sich wie ein
Lauffeuer im ganzen Land. Selbst Ghandi war von der
Reinkarnation des Mädchens überzeugt. Am
24. November machte sich eine Komitee aus Parlamentariern,
Journalisten und Wissenschaftlern mit Shanti auf dem
Weg nach Mathura. Unterwegs traf Shanti Devi auf einen
etwas älteren Mann. Sie verbeugte sich vor ihm
und berührte, als Zeichen der Ehrerbietung seine
Füße. Einem der Mitglieder des Komitees
flüster-te Shanti daraufhin ins Ohr daß
es sich bei dem Mann um den älteren Bruder ihres
Ehegatten handelte. Und tatsächlich handelte
es sich dabei Babu Ram Chaubey, den älteren Bruder
Kedarnaths. In Mathura angekommen sollte Devi das
Haus finden in dem sie gewohnt hatte. Während
der Fahrt dorthin beschrieb sie bis ins kleinste Detail
die bauchlichen Veränderungen der Stadt in den
letzten Jahren. Einen Mann, der am Strassenrand stand,
identifizierte das Mädchen, laut Protokoll, als
ihren Schwiegervater. Sie diregierte das komplette
Komitee auf direktem Wege zum Hause der Chaubes.Dort
angekommen betrat sie sofort völlig unbefangen
das Gebäude und ging in ihr altes Schlafzimmer.
Sie erkannte Gegenstände wieder, die ihr in ihrem
früheren Leben gehörten.
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Als ein Komiteesmitglied wissen wollte
wo denn der Brunnen des Hauses sei, zeigte sie sofort auf
eine Steinplatte im Boden des Garten, unter der sich ein
Wasserloch verbarg. Auch ein altes Geldversteck fand sie,
ohne lange suchen zu müssen, wieder.
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Shantis Fall erregte, nach der Veröffentlichung
des Berichtes, weltweites Interesse. Ettliche Männer
der Wissenschaft sowie Kritiker stürzten sich auf den
Fall und lieferten durchaus geteilte Meinungen. Dr. Inra
Sen, ein damaliges Komiteemitglied, veröffentlichte
1938 beim indischen Philosophenkongress seinen Bericht.
Dort war zu hören daß er das Mädchen nicht
kontinuierlich beobachten konnte und sich teilweise auf
Inforamationen dritter hätte berufen müssen. Daher
sei es höchst schwierig nachzuvollziehen welche Informationen
nun direkt von Devi stammten oder ihr direkt oder indirekt
von anderer Seite zugetragen wurden. Auch machte er darauf
aufmerskam, daß es wohl einige Ungereimheiten, bezüglich
Shantis Aussagen gab.
Auch wenn Jahre später noch immer Untersuchungen angestellt
wurden konnte bisher kein Schwindel aufgedeckt werden. Der
Fall Shanti Devi gehört eindeutig zu der Geburtsstunde
der modernen Reinkarnationsforschung. Was jedoch fehlt und
auch niemals gefunden werden kann, ist ein biologischer
oder physikalischer Beweis dafür, das es sich hierbei
tatsächlich um eine Reinkarnation handelte.
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