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Träume
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Ein Traum im engeren Sinne ist ein Erlebnis
im Schlaf, das sich überwiegend aus optischen und akustischen
Eindrücken, seltener geschmacklichen oder geruchlichen
Wahrnehmungen zusammensetzt. Kognitive Fähigkeiten
wie Denken und Erinnern treten dabei in den Hintergrund.
Die Wahrnehmungen werden durch innere, psychische Prozesse,
gelegentlich durch zeitgleiche äußere Einflüsse
geprägt, wobei das Traumgeschehen in der Regel als
äußere Realität vom Träumenden angenommen
wird.
Umgangssprachlich steht der Traum auch für etwas Ersehntes
(etwas erträumen), etwas Unwirkliches oder
auch etwas Ästhetisches (traumhaft schön).
Die wissenschaftliche Disziplin der Traumforschung ist die
Oneirologie. Oft wird dieser Begriff auch für die Traumdeutung
verwendet.
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Forschung / Neurobiologie
Die Traumforschung sieht sich mit einem unüberwindbaren
Problem konfrontiert. Der Traum an sich kann nicht direkt
beobachtet werden, um zu wissen, ob ein schlafender Mensch
träumt, muss er aus dem Schlaf geweckt und befragt
werden.
Es gibt bisher keine unter Neurophysiologen allgemein anerkannte
Hypothese zur Funktion des Traumes und des REM-Schlafs.
Es ist schwer zu glauben, dass dieser physiologische Zustand
nicht eine irgendwie geartete lebenswichtige Rolle spielt.
Es gibt kein allgemeines Einverständnis unter Schlafforschern
zur Funktion des REM-Schlafes.
Die medizinisch-naturwissenschaftliche Erforschung des Phänomens
Traum begann 1953 in Chicago mit Eugene Aserinskys Entdeckung
der REM-Phase im Schlaf. An der Universität Lyon konnten
Forscher um Michel Jouvet 1962 den Pons (auch Brücke
genannt, ein Teil des Stammhirns) als den Bereich des Gehirns
lokalisieren, der die Schlafphasen steuert.
An der Harvard-Universität entwickelten Allan Hobson
und Robert McCarley daraufhin zwei einflussreiche Theorien:
das reziproke Interaktionsmodell (1971) und das Aktivierungs-Synthese
Modell (1977), später auch Aktivierungs-Input-Modell,
kurz AIM (2000). Das reziproke Interaktionsmodell ist ein
neurobiologisches Beschreibungsmodell, das den Wechsel zwischen
REM- und NREM-Phasen im Schlaf erklärt. Mit dem Aktivierungs-Synthese-Modell
versuchen Hobson und McCarley, auf Basis ihrer Erkenntnisse
des reziproken Interaktionsmodells, das Zustandekommen eines
Traums zu erklären. Neuronen im oberen Hirnstamm produzieren
zufällige Erregungsmuster, welche den Ausgang für
das Traumerleben sind. Der Cortex ist, konfrontiert mit
der Schlafstarre des REM-Schlafs nun bemüht sinnfällige
Interpretationen dieser Muster zu bilden. Das Ergebnis ist
ein Traum. Damit ist die Ursache von Träumen den niederen
Gehirnfunktionen zuzuordnen und nach diesem Modell sinnlos.
Das Ergebnis sorgte für einen entsprechenden Sturm,
nicht nur in der Psychoanalyse. Doch werden immer wieder
Anomalien entdeckt, die mit dem Modell nicht mehr in Einklang
zu bringen sind. Gegen das Modell spricht, dass aus der
empirischen Forschung eher selten von bizarren Trauminhalten
berichtet wird, von denen Hobson ausgeht. Auch liefert das
Modell nur schwache Erklärungen für NREM-Träume,
deren Bedeutung für die Forschung in jüngster
Vergangenheit zugenommen hat.
Der Neurophysiologe und Psychoanalytiker Mark Solms geht
davon aus, dass Träume durch höhere Hirnfunktionen
generiert werden und kein direkter Zusammenhang zwischen
REM-Schlaf und Träumen besteht. Solms untersuchte verschiedene
Patienten, bei denen durch Schädigungen und Traumata
in REM-Schlaf-relevanten Bereichen des Gehirns kein REM-Schlaf
mehr auftrat. Dennoch berichteten die Patienten von Traumtätigkeiten.
Auch auf Basis seiner empirischen Ergebnisse kommt Solms
zur alten Freudschen Annahme des Traums als Hüter des
Schlafs.
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Experimentell-Psychologisch
Die Inhalte der experimentell-psychologischen Traumforschung
lassen sich in drei Gruppen einteilen.
Erstens die Beschreibung von Träumen, um sie eindeutig
von Wachphantasien und -gedanken abgrenzen zu können,
aber auch, um allgemeine Beschreibungsweisen zur besseren
Auswertung zu generieren. Als Traum bezeichnen Schlafforscher
das, was der Träumer im REM-Schlaf erlebt, während
sie Träume in der Einschlafphase als hypnagogische
Halluzinationen bezeichnen.
Zweitens die Einflussfaktoren auf Träume, d. h. die
Frage, welche Auswirkungen das vorangegangene Wacherleben
und äußerliche Reize während des Schlafs
auf den Traum hat. Mehrere Forschergruppen haben untersucht,
inwieweit äußere Reize in den Traum übernommen
werden. Manchmal gab es eine teilweise Übernahme, oft
jedoch gar keine und in keinem Fall wurde der Reiz zentrales
Traumthema. Diese Schwierigkeit den Träumer von seiner
inneren Erfindung abzubringen, nannte Allan Rechtschaffen
single-minded process. Von Interesse ist dabei auch die
Korrelation des Traums mit der Physiologie des Träumers
(Augenbewegung, Puls, Atmung etc.). Auch hier gibt es noch
keine allgemein anerkannte Lehrmeinung. Während P.
Lavie, sich u.a. auf den Tennistraum stützend, in dem
die Augenbewegungen des Träumers mit dem Hin und Her
des Balles übereinstimmten, dazu neigt eine Verbindung
zu sehen, sind diese isolierten Beweise für M. Jouvet
nicht hinreichend. Außerdem gibt es auch bei Menschen,
die von Geburt an blind sind vereinzelte Augenbewegungen
während des REM-Schlafs. Obwohl sie in Geräuschen,
Fühlen und emotionalen Zuständen träumen.
Drittens die Rückkopplung von erlebtem Traum auf das
Wacherleben, wie beispielsweise nach Alpträumen oder
kreativen Träumen.
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Einflussfaktoren
Verschiedene Studien belegen unterschiedliche Faktoren,
die in veränderlichem Maß Einfluss auf die Trauminhalte
haben [9]. So nimmt der Einfluss von Erlebnissen im Wachzustand
mit der Zeitspanne zwischen Erlebnis und Traum exponentiell
ab, also sind Erlebnisse von vor beispielsweise fünf
Tagen deutlich blasser als von vor zwei Tagen. Weiterhin
kann die emotionale Beteiligung und die Art der letzten
Wachtätigkeiten eine große Rolle spielen. Der
Zeitraum zwischen Schlaf- und Traumbeginn kann sich auf
die Zeitbezüge der Traumelemente auswirken. Träume
in den ersten REM-Phasen enthalten meist aktuellere Bezüge
als Träume der zweiten Schlafhälfte. Noch unklar
sind Einflüsse von Persönlichkeitsfaktoren.
Neben den inneren Quellen des Trauminhalts können auch
zeitgleich mit dem Traum auftretende äußere Reize
einwirken. Diese werden über die menschlichen Sinnesorgane
aufgenommen und entsprechend weiterverarbeitet. Als Reize
können dabei Geräusche von vorbeifahrenden Autos,
Weckerklingeln, ausgesprochene Worte oder auch Gerüche,
Lichteffekte durch das geschlossene Augenlid und körperliche
Eindrücke (Hunger, Durst, Harndrang) in Frage kommen.
Forschungsergebnisse lassen die Annahme zu, dass je nach
Wichtigkeit des Eindrucks für den Menschen (z. B. nach
Bedrohlichkeit), der entsprechende Reiz in den Traum eingearbeitet
wird.
Während sich die oben genannten Einflussfaktoren auf
den Traum auswirken, kann sich der Traum auch auf körperliche
Funktionen auswirken. Einen direkten Einfluss gibt es auf
Augenbewegungen, Herz- und Atemfrequenz. Obwohl eine Korrelation
nachweisbar ist, kann die Stärke und Form nicht klar
bestimmt werden.
Ein Traum wird vom Unterbewusstsein auch als eine Art Warnung
vor Gefahren benutzt, die wir innerlich unbewusst spüren,
obwohl wir uns darüber im Wachzustand nicht bewußt
sind.
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Traumerinnerung und Auswirkungen
Menschen, die sich selten an Träume erinnern, berichten
häufiger von Träumen, wenn sie während einer
der REM-Phasen des Schlafes geweckt werden. Nielsen und
Chenier berichten in einer Studie von 1999, dass 82% der
Studienprobanden, die während einer REM-Phase geweckt
wurden, von einem Traum berichteten, während dies in
42% der Fälle außerhalb einer REM-Schlafphase
berichtet wurde.
Die Varianz im Umfang der Traumerinnerung ist sowohl beim
einzelnen Träumer als auch in der Menge groß.
So berichten einzelne Träumer von einem bis mehreren
Träumen in einer Nacht, während andere Menschen
den Eindruck haben, als hätten sie kaum oder noch nie
geträumt. Eine Studie, die den Einfluss der Variablen
Persönlichkeitsfaktoren, Kreativität, Häufigkeit
des nächtlichen Erwachens und Einstellung gegenüber
Träumen auf die Traumerinnerung untersuchte, konnte
keine Erklärung für die Varianz liefern.
In seinem Schlaflabor in Haifa, Israel untersuchte Peretz
Lavie die Häufigkeit von Traumberichten während
des REM Schlafs in verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Die Testpersonen wurden jeweils geweckt und befragt, wenn
die Meßgeräte REM Schlaf anzeigten. Überlebende
des Holocaust, die sich gut in das tägliche Leben eingegliedert
haben, erinnerten sich nur zu 33 % an einen Traum, die zweite
Gruppe von Testpersonen, Überlebende des Holocaust,
die immer noch an Alpträumen litten und Schwierigkeiten
hatten, erinnerten sich in 55 % der Fälle an einen
Traum, während die Traumerinnerung in der Kontrollgruppe,
bestehend aus in Israel geborenen Personen, mit 78 % nahe
am Durchschnittswert lag. Eine Erklärung des Phänomens
gibt es nicht. Lavie nimmt an, dass die Tiefe des Schlafs
eine Rolle spielt.
Es gibt einen geschlechtsspezifischen Unterschied in der
Traumerinnerung. Frauen erinnern sich im Schnitt öfter
an das Traumerleben als Männer. Auch die einfache Aufforderung,
sich an Träume zu erinnern oder das Führen eines
Traumtagebuchs zeigt einen deutlichen Anstieg in der Erinnerung
insgesamt.
Über die Auswirkungen von Träumen auf das spätere
Wachleben gibt es kaum systematische Untersuchungen. Bisherige
Studien zeigen jedoch, dass Alpträume den stärksten
Einfluss auf das subjektive Empfinden am Tag darauf haben.
Bekannt sind auch kreative Anstöße, die aus nächtlichen
Traumerlebnissen kommen. Bekannt sind die Einflüsse
in der Malerei (Surrealismus) und der Musik (z. B. Yesterday
von den Beatles). Nicht eindeutig belegbar sind Beispiele
aus der Wissenschaft. So soll August von Kekule von einer
Schlange geträumt haben, die sich in den eigenen Schwanz
beißt. Damit fand er die Lösung für den
ringförmigen Benzolaufbau. Auch sollen Dimitri Iwanowitsch
Mendelejew (Periodensystem der Elemente) und Elias Howe
(Nähmaschine) ihre Lösungen im Traum gefunden
haben.
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Verschiedene Typen
- REM-Traum: Traum der in einer REM-Phase des Schlafs auftritt
- NREM-Traum: Traum, der während einer der Schlafphasen
2, 3 oder 4 auftritt
- Einschlaftraum: Traum der (Ein-)Schlafphase 1
- Pavor nocturnus: NREM-Traum, wird meist der Tiefschlafphase
4 zugeordnet und unterscheidet sich vom Albtraum. Der Pavor
nocturnus  tritt
bei ca. 5% der Kinder zwischen dem ersten und siebten Lebensjahr
auf
- Posttraumatische Wiederholungen: Nochmaliges Durchleben
eines traumatisierenden Erlebnisses, im Rahmen einer posttraumatischen
 Belastungsstörung.
Das Auftreten ist nicht an einzelne Schlafphasen gebunden.
- Wachtraum Hier: Traum im weiteren Sinne. Subjektiv kann
die Unterscheidung zwischen Wachtraum und Nicht-Wachtraum
schwer
 fallen.
Absichtlich herbeigeführt ähnelt der Wachtraum
einer Meditation und kann auch die erste Phase eines im
Wachzustand ein-
 geleiteten
Klartraums sein. Unabsichtliches Auftreten hingegen kann
auf Müdigkeit, ein hohes Maß an (ggf. unausgelebter)
Phantasie
 und
in Extremfällen auch Realitätsflucht hinweisen.
Der Klartraum wird manchmal auch als Wachtraum bezeichnet.
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Funktion des Traumes
Prinzipiell muss bei der Frage nach der Funktion des Traums
unterschieden werden, welche Funktion der REM-Schlaf hat
und welche Funktion der REM-Traum im REM-Schlaf. Neuere
Studien festigen die Hypothese, dass im REM-Schlaf eine
Verfestigung des Gedächtnisses stattfindet. Ein Zusammenhang
mit dem REM-Traum kann auf Basis einer Einzelstudie zwar
hergestellt, eine Korrelation kann jedoch nicht belastbar
belegt werden [14]. Die methodische Hürde, dass ein
Traum nur abhängig vom Wachzustand untersucht werden
kann, stellt (derzeit) eine unüberwindbare Schwierigkeit
bei der Traumforschung dar.
Weitere Hypothesen über die Funktion des Traums:
Überbleibsel aus der Evolution, also keine Funktion
Gehirnreifung durch den REM-Schlaf (als Beleg dient
der erhöhte REM-Anteil beim Neugeborenen)
Programmierung mit immer gleichen Mustern, um Individualität
aufrecht zuerhalten
Psychologische Funktion (Sigmund Freud). Hüter
des Schlafs, um Es-Impulse zu kontrollieren
Kompensation von Einseitigkeiten, um Ganzwerdung
zu erreichen (C. G. Jung), Vorkommen von Archetypen
Träumen, um zu vergessen (Bereinigungsfunktion)
Verarbeitung und Lösen von Problemen aus dem
Wachleben
Emotionale Erlebnisse verarbeiten und Stimmungen
glätten
Entspannungszustand zur Verarbeitung von angstbesetzten
Inhalten
Schaffung von kreativeren Lösungsansätzen
als im Wachen
Über diese materiellen Hypothesen
hinaus gibt es auch Ideen, dass der Geist im Traum den Körper
verlässt.
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Beweise
Der einzig objektive Beweis für die Existenz von Träumen
scheinen kontrollierte und nach dem Träumen
nachvollziehbare Augenbewegungen im REM-Schlaf innerhalb
eines Klartraums zu sein. Alle Berichte über Träume
haben einen rein subjektiven Charakter. Versuche, so genannte
Trauminhalte experimentell zu erzeugen oder
zu reproduzieren, sind bisher gescheitert. Die verbreitete
Annahme, dass auch höhere Tiere träumen, kann
die Vermutung bestätigen, dass im Schlaf lediglich
unwillkürliche motorische und biochemische Prozesse
ablaufen, die sich durch die Reizreduzierung im Schlafzustand
ergeben.
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| By Wikipedia - Träume |
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