|
|
|
|
 |
|
|
| |
Wunder
Als Wunder gilt in einem magisch-mythischen Verständnis und
auch in vorwissenschaftlicher Sicht all das, was über das
Alltägliche und Gewöhnliche herausgeht und in diesem
Sinn als "wunderbar" hervorragt. Philosophisch-theologische
Reflexion führt als Wunder Ereignisse und Geschehnisse an,
die sich angeblich durch das Wirken eines Gottes außerhalb
der geltenden Ordnung der natürlichen Gesetze ereignen.
Gegenüber der Möglichkeit von Wundern sind verschiedene
Standpunkte möglich: Der weltanschauliche Agnostizismus und
Skeptizismus, der sich mitunter als Rationalismus, aber auch als
Empirismus ausgibt, stellt die Möglichkeit von Wundern grundsätzlich
in Frage; ebenso der Atheismus. Theistische Religionen und damit
kompatible Philosophien rechnen grundsätzlich mit der Möglichkeit
von Wundern. Bestimmte religiöse Gruppen und Strömungen
können als ausgesprochen "wundersüchtig" bezeichnet
werden, indem hier das Spektakel und die Sensation sowie die gefühlsmäßige
Ergriffenheit im Vordergrund stehen, während rationale Überlegungen
zurückgedrängt werden und die Wahrheitsfrage ungelöst
bleibt.
|
Nach der Vorstellung von Wundergläubigen
muss ein wissenschaftlicher Ansatz, die Möglichkeit
und Existenz der Wunder an sich zu überprüfen,
scheitern. Wenn es Wunder tatächlich gibt, so sind
diese nicht von Menschen reproduzierbar bzw. provozierbar,
da sie ja per Definition im alleinigen Macht- und Willensbereich
Gottes liegen. Von daher kann keine empirische Überprüfung
durchgeführt werden. "Zu-fällige" Messungen
eines Wunders können wissenschaftlich nicht von einem
misslungenen Experiment oder Messfehlern unterschieden werden,
sind also wissenschaftlich nicht verwertbar. Es bleiben
lediglich Zeugenaussagen von Menschen, die je nach Hintergrund
und Persönlichkeit mehr oder weniger glaubwürdig
sind und entsprechend gewertet werden müssen. Bei einer
Bewertung dieser Glaubwürdig-keit spielt wiederum die
grundsätzliche Einstellung des Bewertenden gegenüber
der Möglichkeit von Wundern eine entscheidende Rolle.
In biblischer Deutung gelten die Wunder Jesu (Naturwunder,
Heilungswunder, Dämonenaustreibungen) als "Zeichen"
für die Jesus' Größe und seine "göttliche
Sendung". In früheren Jahrhunderten wurden die
biblischen Wunder als historisches Faktum betrachtet, erst
die historisch-kritische Methode interpretiert Wunder auch
im übertragenen Sinne (z.B. jemandem die Augen und
Ohren öffnen, weil er blind und taub war gegenüber
der Rede Jesu vom Reich Gottes). Wundertaten werden auch
zu den Gaben des Heiligen Geistes gezählt.
|
|
|
|
 |
|
|
|