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In der alten Prämonstratenser-Abtei
soll in den Gebäuden der Geist einer verschleierten
Nonne umhergehen. Mit gemähchlichen Schritten
wandert sie durch die Klosterhallen und trägt
in ihrer Hand einen Rosenstrauß. Bei dieser
Gestalt soll es sich um Maria Renata Singer von Mossau
handeln. Sie war die letzte, am 21. Juni 1749, auf
dem Hexenbruch bei Würzburg und ganz Deutschland,
die als Hexe verbrannt wurde.
Aufgrund ihrer Strenge den anderen Nonnen gegenüber
und der Unnachgiebigkeit gegenüber den männlichen
Klostervorstehern, war Maria Renata Singer überaus
unbeliebt. Desweiteren litt die alte Frau an hysterischen
Zuständen. Diese griffen ebenfalls auf die anderne
Nonnen über, so daß zu einer regelrechten
Besessenheitsepidemie kam. Daraufhin wurde sie beschuldigt
dem Essen Kräuter untergemischt zu haben, um
so ihre Mitschwestern verhext zu haben.
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Während des Prozesses waren
einige einsichtige Männer anwesend, die versucht
hatten das Leben der alten Frau zu retten. Doch letzten
Endes war es das Zeugnis des Prälaten von Oberzell,
der ihr Schicksal besiegelte. Drei 3 Tage nach Urteilsverkündung
wurde die Nonne Maria Renata zum Richtplatz getragen.
Als besondere Gnade wurde sie erst geköpft, bevor
man ihren Körper verbrannte. Der Prozess, sowie
die Hinrichtung dieser hochbetagten Frau und Subpriorin
des Klosters Unterzell, erregte zu damaliger Zeit
das Entsetzen vieler Menschen und den Zorn der Kaiserin
Maria Theresia.
Wenn der Geist der Nonne nun nächtens durch die
Gänge wandelt, eine Rose ihres Strausses zerpflückt
hat und diese auf den Boden fallen lässt, gilt
dies als Zeichen des Todes für einen geistlichen
Herren, der aus Würzburg stamme.
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