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Noch nicht ganz am Tore des Schlosses
angekommen, brach ein Wirbelwind hervor und riß das
Tor des Schlosses auf. Mit wankenden Schritten betrat sie
das Schloss und stand vor einem großen Saal.Dort saßen
tatsächlich die verstorbenen Ritter, von aschgrauem
Anlitz, bei einem Gastmahl zusammen in einem Kreis. Als
Pokale dienten ihnen die Schädel der Toten.
Die Magd trat zitternd ein in den Saal und sofort erhob
sich eine der finsteren Gestalten. Nachdem sie gefragt wurde,
was denn ihr Begehr sei, brachte sie unter Angst und bebenden
Lippen ihren Auftrag hervor. Der Ritter nahm daraufhin einen
Krug, füllte ihn und gab ihn der Magd. Zugleich sagte
er: "Deiner Einfalt sei verziehen, die Schuld haftet
auf deinem Herrn. Aber laß dich niemals wieder hier
sehen, wenn dir Leib und Leben teuer sind."
Die Magd erbleichte in einem Leichenweiß und griff
bestürzt nach dem Krug. So schnell sie konnte eilte
sie damit das offenen Schlosstor hinaus in die tiefst schwarze
Nacht. Als sie im Pfarrhaus angelangte stellte sie den Kruf
auf den Tisch und erklärte mit kurzen Worten daß
dies das letzte mal gewesen sei daß sie dem Gebot
ihres Herren getreu auf das alte Schloss gegangen sei. Von
den Gästen, welche sich sofort über den Geisterwein
hermachten, erhielt sie daraufhin nur spott. Plötzlich
konnte sie ein wildes Brausen vernehmen, der Sturm heulte
grauenerregend. Blitze und abermals Blitze durchzuckten
den Saal. Alles bebte und zitterte. Ein Gast nach dem anderen
verschwand von einer zur nächsten Sekunde. Als endlich
der morgen anbrach, fand man den Herrn des Hause, den Pfarrer
von Berneck, tot.
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