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Der
Fluch von Fyvie Castle
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Noch heute soll ein uralter Fluch
auf dem schottischen Fyvie Castle lasten. Welche Wahrheit
verbirgt sich hinter den Mauern des Schlosses?
1889 wurde Fyvie Castle von Alexander Forbes-Leith
gekauft. Gleichzeitig erwarb er nicht nur einen Fluch,
sondern wohl auch das einzige Gespenst, welches seinen
Namen in Stein geschrieben hat. Somit konnten sich
auch die nachkommenden Generationen von der Existenz
eines Geistes überzeugen.
Fyvie Castle liegt etwa 50 km nordöstlich von
Aberdeen und trägt die Bezeichnung: "Krönung
der schottischen Prunkarchitektur". Der Grundstein
für Fyvie Castle wurde bereits im Jahre 1066
gelegt und seit dem 14. Jahrhundert lebten fünf bedeutende
Familien auf dem Anwesen.
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Wie auch viele andere Flüche, die auf alten
schottischen Familien lasten, geht auch dieser auf
"Thomas the Rymer" ('Thomas der Reimer)
zurück. Diese sagenumwobene Gestalt ist wohl
identisch mit Thomas of Erceldoune. Thomas of Erceldoune
wurde 1220 geboren. 1240 wurde er bei einem Vertrag
der Abtei Melrose erwähnt und wird in Chroniken
aus dem 14. Jahrhundert als Dichter bezeichnet.
Häufig wurde er auch als Liebhaber der Königin
vom Elfenland beschrieben. Von ihr soll er die Fähigkeiten
erhalten habe, Prophezeiungen zu treffen. Als er
dann plötzlich verschwunden war, nahm man an,
die Königin aus dem Elfenland hätte ihn
mit sich fort getragen. Die Realität jedoch
besagt, dass er wohl in ein Kloster gegangen sei,
oder wie andere behaupten, von Räubern ermordet
wurde. Er war ein höchst ungeliebter Gast,
denn seine Prophezeiungen waren zumeist negativer
Natur. Daher wagten nur sehr wenige Gutsherren ihn
fortzuschicken, mit der Angst, sie könnten
sonst Schlimmes erwarten.
Glaubt man James Murray, im 19. Jahrhundert Herausgeber
der fünf alten Handschriften des Reimeschmieds,
so standen die Tore von Fyvie Castle in Erwartung
Thomas´ Ankunft über sieben Jahre lang
offen. Als er dann endlich kam war er auch nicht
zu übersehen. Begleitet von Sturm, der die
Blätter von den Bäumen riss und die Tore
des Schlosses zuschlug, und heftigem Regen, stand
er dann vor dem Gebäude. Trotz des heftigen
Windes der auf dem gesamten Gelände tobte,
schien der Ort, an dem Tammas (Thomas) stand, von
ihm verschont zu bleiben. Kein Grashalm oder nur
das kleinste Haar seines Bartes, schienen sich im
Wind zu wiegen. Erbost darüber, dass die Tore
des Schlosses vor seiner Nase zuschlugen, murmelte
er eine grauenhafte Prophezeiung.
Drei Steine. Drei ganz bestimmte Steine. Einer im
alten Turm, einer im Frauengemach und einer im Schleusentor.
Drei Steine, an die man nie gelangen könnte.
Solange diese Steine auf Fyvie Castle wären,
würde das Schloss nie erblühen. Eine äußerst
obskure Ankündigung, die aber nichts weiter
zu bedeuten hatte, als das diese drei Steine, später
als Trauersteine bezeichnet, Unglück über
Fyvie bringen würden, solange sie in den angekündigten
Teilen des Schlosses blieben.
Bisher konnte nur ein einziger Stein gefunden werden.
Solange die restlichen beiden Steine noch in den
Gemäuern schlummern, bleibt der Fluch bestehen.
Der gefundene Stein befindet sich im Urkundenzimmer
des Schlosses in einer hölzernen Schüssel.
Das Sonderbare daran ist, dass der Stein manchmal
knochentrocken ist und dann wieder triefend nass.
Es tritt dann soviel Feuchtigkeit aus dem Stein
aus, dass er die ganze Schüssel mit Wasser
füllt.
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Alexander Seton - Lord
Fyvie |
Obwohl der Fluch von Thomas
the Rymer nur vage ausgesprochen wurde, ging
die Interpretation soweit, dass in diesem
Schloss kein Erbe geboren werde. Somit könnte
nie ein Vater das Schloss an einen älteren
Sohn übergeben. Und so war es auch. Von
der Familie Forbes-Leith ist bekannt, dass
keiner der erstgeborenen Söhne lang genug
lebte um das Erbe antreten zu können.
Nachdem 1984das Schloss vom schottischen
Amt für Denkmalpflege übernommen
wurde, wird das wohl auch in Zukunft nicht
der Fall sein.
Über dem so genannten Urkundenraum soll
sich auf Fyvie Castle noch ein weiteres Geheimnis
verbergen. In der Außenfassade des Raumes
soll sich noch ein weiterer Stein befinden.
Am 27. Oktober 1601 ereignete sich etwas,
das bis heute eine Erklärung schuldig
geblieben ist. Zu dieser Zeit war Alexander
Seton - Lord Fyvie, der spätere Earl
of Dunfermline, im Besitz des Gutes. Er heiratete
1592 die Tocher von Lord Patrick Drummond.
Lilies war eine hübsche und fröhliche
Frau. Sie verlebten neun glückliche Jahre
zusammen. In dieser Zeit kamen fünf Töchter
zur Welt, welche später einflussreiche
Adelige zum Mann bekamen. Lilies verstarb
im Mai 1601 im Hause ihres Mannes und wurde
auch dort, in Fyvie, begraben. Sie wurde keine
30 Jahre alt. Laut historischen Aufzeichnungen
soll Seton ihren Tod sehr betrauert haben.
Jedoch verweisen mündliche Überlieferungen
auf etwas anderes.
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Müde von der Warterei auf einen
Sohn und Erben der niemals geboren werden sollte, hatte
er eine Affaire mit Lady Grizel Leslie, der Tochter des
Master of Rothes, die 32 km entfernt lebte. Laut der Legend
starb Madame Lilies an gebrochenem Herzen. Seton verlor
daraufhin wenig Zeit. Sechs Monate nach Lilies Tod war er
schon mit Lady Grizel verheiratet. Ihr Schlafgemach hatten
die beiden vorübergehend in einem kleinen Raum am Ende
der Wendeltreppe im älteren Teil des Gebäudes.
Ihre eigentlichen Gemächer, im Seton Tower, waren zu
diesem Zeit-punkt noch nicht fertig gestellt. In der Nacht
vom 27. Oktober 1601 konnte beide tiefe Seufzer vernehmen,
die, wie es schien, von draußen kamen. Seton sah nach, konnte
aber niemanden entdecken. Am nächsten morgen jedoch
wurde eine erschreckende Entdeckung gemacht.
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Jemand hatte in sieben cm großen
Buchstaben den Namen D. LILIES DRUMMOND, verkehrt
herum, in den Fenstersims des Zimmers gemeißelt.
Auf 15 Meter Höhe in der alten Schutzmauer
des Schlosses, die absichtlich ohne jegliche Fußstüzen
gebaut wurde. Noch heute ist der Name deutlich zu
erkennen.
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Es drängen sich viele Spekulationen
um die Herkunft der Buchstaben. Jedoch ohne schlüssigen
Erfolg. Die Schrift beweist großes Handwerkliches
Können, somit schieden Seton oder einer seiner
Bediensteten als Urheber aus. Rätselhaft ist
vor allem, dass die Schrift auf dem Kopf steht, und
somit jemand von der Außenseite der Fassade
aus die Buchstaben in den Stein geschlagen haben muss.
Man hätte ein Gerüst aufstellen müssen
um an die Außenseite des Simses zu gelangen.
Das wäre sehr zeitaufwendig gewesen. Vor allem
aber hätten Seton und dessen Gemahlin das geräuschvolle
Hämmern hören müssen, mit dem die Buchstaben
eingemeißelt wurden. Jedoch hörten beide,
außer den lauten Seufzern gar nichts.
Ob die Schrift nun auf natürlichem oder übernatürlichem
Wege zustande kam ist fraglich. Was sie jedoch kennzeichnete
war der Beginn des Spuks auf der Wendeltreppe und
den dort anschließenden Gängen. Hierbei
soll es sich, nach Dokumenten aus dem 17. Jahrhundert,
um die leuchtende "Grüne Lady" handeln.
Man nahm an, dass die Escheinung das Phantom Lady
Lilies war, obwohl ein Portrait von 1776, welches
in dem Schloss hängt und angeblich den Geist
zeigt, wenig Ähnlichkeit mit Setons erster Frau
aufwies. Das Gespenst soll ein blaugrünes Kleid
tragen und ein leichtes Schillern ausstrahlen.
Jahrelang wurde die "Grüne Lady" auf
ihren nächtlichen Wanderung auf der großen
Wendeltreppe gesehen. Jedem Bericht zufolge wurde
sie von einem grünlichen Leuchten umgeben. Gelegentlich
sah man sie jedoch auch nur als ein helles Lichtflackern
am Ende der Korridore. Colonel Cosmo Gorden, welcher
das Schloss von 1847 bis 1879 in seinem Besitz hatte,
erzählte dass er einmal nachts von unsichtbaren
Händen aus seinem Bett geschüttelt worden
wäre, während sich in einer anderen Nacht
ein Wind im Schloss erhob, welcher ihm und seinen
Gästen das Bettzeug aus dem Bett wehte. Draußen
herrschte zu diesem Zeitpunkt absolute Windstille.
Cosmo Gordon erzählte einmal eine Geschichte,
die die Angaben der Gordons, welche 1733 nach Fyvie
kamen und das äußert häufig erschienene
Gespenst als ihr eigenes ansahen, wohl belegen konnten.
Eine Freundin des Colonels verbrachte mitsamt ihrem
Dienstmädchen Thompson eine Wochenende auf Fyvie.
Beim Frühstück merkte die Besucherin an
daß ihrem Dienstmädchen wohl eine Gestalt
in einem grünen Kleid gesehen, welche die Haupttreppe
empor ging. Cosmo Gordon meint sofort, dass dies die
Grüne Lady gewesen sein musste. Er fügte
aber neidvoll hinzu, dass sich die Grüne Lady
eigentlich nur einem Gordon zeigte. Die Besucherin
war äußert erstaunt. Schon immer nannte
sie Ihre Dienstmädchen Thompson. Doch dieses
hieß in Wirklichkeit Gordon.
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Die Wendeltreppe |
Kurz bevor der Colonel starb erblickte
er eine Gestalt die ihm aus dem Schatten eines Raumes
zuwinkte. Er erkannte dies als Omen seines nahendes
Todes an. Einige Tage darauf sah ein jüngerer
Bruder Cosmos, eine Gestalt auf sich zuschreiten.
Als die Gestalt bei ihm ankam blieb sie stehen und
machte einen Knicks. Cosmo starb am nächsten
Morgen.
Ein kanadischer Offizier aus dem ersten Weltkrieg
hinterließ einen Bericht über einen Zusammenstoss
mit übernatürlichen Kräften auf Schloss
Fyvie. Dieses Schriftstück zählt zu den
eindrucksvollsten Schilderungen der Annalen des
Schlosses. Von Beruf war der Offizier Bergwerksingeneur
und schon seit jeher ein großer Skeptiker
was Geister und übernatürliche Phänomene
anging. Doch änderte er seine Meinung nach
den Erlebnissen im Schloss. In der ersten Nacht
die er auf Schloss Fyvie verbrachte, wachte er nach
kurzer Zeit wieder auf und stellte fest, dass das
Licht brannte. Überzeugt davon stand er auf
um es auszuschalten. Doch anstatt es auszuschalten,
hatte er es gerade in diesem Moment erst angeschaltet.
Also machte er es wieder aus, und er musste feststellen,
dass es noch immer hell war im Raum. Eine andere
Lichtquelle musste im Raum vorhanden sein, denn
das Licht wurde immer heller. Es wirkte wie kleine
Flammen, die die Bilder umspielten und die Farben
der Bilder waren eindeutig zu erkennen. Dieses Phänomen
trat in jeder Nacht seines Aufenthaltes im Schloss
auf. Obwohl er jedoch nur das Licht sehen konnte,
hatte er dabei jedes Mal das Gefühl, als wäre
noch jemand oder etwas mit im Raum. Etwas, das ihn
schlagen wollte.
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Alexander Forbes machte ebenfalls
die Erfahrung mit dem immer heller werdenden Licht,
versuchte diesem aber wissenschaftlich nachzugehen.
Leider konnte er keinerlei Erklärung für
das Leuchten oder die Sichtungen der grünen
Lady finden. Selbst die Herkunft der Inschrift auf
dem Fenstersims blieb ihm ein Rätsel. Auch
untersuchte er den so genannten und einzigen gefundenen
Trauerstein und stellte bei diesem fest, dass dieser
aus porösem Sandstein bestand. Es sei daher
ein ganz natürlicher Vorgang, dass dieser die
Feuchtigkeit aufsöge, und nach einer gewissen
Zeit wieder ausschied. Das war auch schon das einzige
Rätsel, das sich mit reinem Menschenverstand
erklären ließ.
Seit Lord Leith´s Tod wurde die Grüne Lady
nur noch äußert selten gesehen. Die Inschrift jedoch
ist auch weiterhin gut zu erkennen und wird auch
noch für folgende Generationen zu sehen sein.
Lord Leith hatte eine sehr vernünftige Einstellung
zu den Vorkommnissen auf Schloss Fyvie: Kämpfe
nie mit dem Übernatürlichen - begegne
ihm ohne Angst und es wird dich in Ruhe lassen.
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