Wen wundert es also, dass es in
Wien in so manchen Gegenden spuken soll? So zum Beispiel
auch im Schloss Schönbrunn.
Zita, die letzte Kaiserin Österreichs, war
mit einer Hofdame zu Besuch auf Schönbrunn.
Diese Hofdame wurde in einem Zimmer untergebracht,
in dem sie seltsame Träume hatte:
eine altertümlich (in mariatheresianischem
Stil) würde jede Nacht in das Zimmer kommen,
und durch eine Tapetentüre (nicht gleich als
Türe erkennbarer Eingang, in österreichischen
Schlössern oft zu sehen) verschwinden. Sie
könne kein Gesicht der Gestalt im Traum, wie
sie beharrlich behauptete, es wäre ein solcher,
erkennen, jedoch die erstaunlich schönen Hände.
Auf einem Gemälde im Schloss erkannte die Hofdame
schließlich den Geist. Es dürfte sich um
Gräfin Auersperg handeln, die Nacht für
Nacht über den gleichen Weg ins Schloss kam.
Bei den Gardisten war die Erscheinung schon so bekannt,
dass diese ihr auf den Treppen und in den Gängen
Platz machten, bevor sie in jenem Zimmer verschwand,
in dem die Hofdame Nacht für Nacht Besuch bekam.
Angeblich wäre sie als Reue für die kaiserlichen
Umtriebe immer wieder gekommen und gesehen
worden.
Die Bediensteten jedenfalls waren erstaunt, wie
lange die Hofdame es in diesem gespenstischen Zimmer
ausgehalten hätte, alle anderen Gäste
waren spätestens nach zwei Tagen umgezogen.
Heute gibt es nur noch wenige, die ob der Gewohnheiten
der ruhelosen Seelen in Schönbrunn Bescheid wissen.
Zum Beispiel der eine oder andere Fremdenführer.
Einer (mittlerweile jedoch woanders beschäftigt),
hat bei einer Besichtigung vor Beginn der Öffnungszeiten
der beliebten Sehenswürdigkeit im Toiletteraum
der Kaiserin Sisi zwei transparente, wenige Zentimeter
über dem Boden schwebende Gestalten gesehen.
Die eine sitzend, die andere stehend. Die eine Gestalt
schien die andere zu kämmen oder ihr Frisuren
zu machen. Diese Szene hat sich oft wiederholt, an
manchen Tagen schienen sich die Gestalten angeregt
zu unterhalten, an anderen schien die sitzende ungeduldig
und maßregelnd zu sein, jede Sichtung verlief
ähnlich aber keine gleich. Und sobald ein ungewöhnliches
Geräusch zu hören war, verschwanden die
beiden Gestalten.
Wahrscheinlich handelt es sich bei den beiden um die
Kaiserin Sisi und ihre Friseurin Fanny Feifalk, die
eine wahre Künstlerin in Sachen Frisuren der
Kaiserin gewesen sein soll. Sisi war für ihre
Schönheit bekannt und die beeindruckenden Frisuren,
die auf manchen Gemälden zu sehen sind, sollen
von dieser Fanny Feifalk stammen.
Alle Fremdenführer haben irgendetwas im Schloss
gesehen, doch keiner getraute sich etwas zu den anderen
zu sagen um die Ruhe im Schloss zu bewahren. Also:
haltet die Augen offen, vielleicht seht ihr was.
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Auf manchen Seiten im Netz wird dieses
»
Foto
« als Aufnahme aus dem Schloss Schönbrunn
verkauft wie wir von den Autoren des Buches
» Geisterschlösser
in Österreich « erfahren
haben, ist es das aber nicht. Sie haben sich mit dem
Bild in der Hand auf die Suche nach diesem Saal gemacht,
ihn aber in keinem der besuchten Schlösser gefunden,
schon gar nicht in Schönbrunn.