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Ich konnte diese kalten nassen
Tage im Herbst noch nie ausstehen. Für mich hatte
diese Jahreszeit schon immer etwas bedrückendes
ansich. Tagsüber, wenn die Sonne nicht gerade
mal scheint, und sich der Nebel wie ein Schleier über
die Felder und die um die Häuser legt, überkam
mich schon immer ein depressives Stimmungstief. Und
wenn dann abends schon sehr früh die Sonne untergeht
und es innerhalb weniger Minuten zappenduster wird,
müssen bei mir im Haus alle Lichter brennen.
Zur kalten Jahreszeit habe ich immer eine Stromrechnung
die sich gewaschen hat.
Aber ich wusste, schon mit dem Sonnenuntergang wurden
die Schatten im Haus immer länger, und mit jeder
Minute dunkler und grauenvoller. Sie nahmen eine unheimliche
Gestalt an und mich überkam jedesmal das Gefühl
als wenn sie nach mir greifen wollten. Sie fuhren
ihre Krallen aus und fletschten mit ihren langen unzähligen
Zähnen während sie dabei immer näher
an mich heranschlichen. Leises flüstern und ein
kalter Lufthauch erfüllten jede dunkle Ecke in
meinem kleinen Zimmer, in dem ich jeder meiner Nächte
verbrachte. Ein Zimmer das mit 2 Deckenflutern, einer
Deckenlampe und 2 Nachttisch-lampen ausgestattet war.
Dennoch lies es sich nicht vermeiden den einen oder
anderen Schatten in bestimmten Winkeln zu erzeugen.
Aber ich vermied diese Winkel, als würde mich
die Pest holen, würde ich nur zu nah an sie herantreten.
Der Fernsehrer musst an jedem Abend laufen. Ohne Fernsehen
war an einschlafen schon garnicht mehr zu denken.
Schlaf? Ich hatte eigentlich schon lange keinen richtigen
Schlaf mehr. Wenn morgens um 6 der Wecker klingelt
hatte ich zumeist gerade mal 3 oder 4 Stunden geschlafen.
Ich war ausgelaugt und meine Konzentration war am
Boden zerstört. Mit jedem Tag, mit jeder Woche
nahmen die Beschwerden aufgrund des Schlafentzugs
zu. Es war ein Kreislauf der mich schon fast genauso
verrückt machte wie die Angst vor den Schatten
selbst.
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Meine Träume sind eine katastrophe.
Sie haben immer den selben Ablauf. Ich kam bei meinem
Waldspaziergang auf eine Lichtung auf der ein großes
altes Haus stand. Ich wusste nicht warum, aber mir
war jedes mal klar ich muss in das Haus. Also begeb
ich mich über das Kornfeld direkt auf das Haus
zu. Die Tür ist offen und ich kann eintreten.
Ich höre Schritte und höre wie in der obersten
Etage ein Streit zwischen 2 Personen statt findet.
Also will ich umkehren und das Haus verlassen. Doch
jedes mal wenn ich vor der Tür stehe kann ich
dort vor der Scheibe eine Gestalt erkennen. Ich reiße
die Tür auf und vor mir steht ein etwa 2 meter
großer, in eine schwarze Kutte gehüllter
Mann. Oder ist das überhaupt ein Mann? Ich konnte
noch nie ein Gesicht erkennen. Im selben Moment holt
er aus und schlägt mit einer Axt zu. Ich reiß
die Augen auf. Ich lebe noch.
Heute Nacht war alles anders. Ich stand wieder vor
der Tür und wollte nach draussen gehen. Ich öffnete
die Tür und es stand niemand dort. Jedenfalls
musste das so ungewöhnlich gewesen sein daß
ich sofort aufwachte. Es war dunkel. Panisch griff
ich zum Schalter der Nachtleutche, doch sie war nicht
da. Ich stand auf, meine Knie zitterten und ich lief
mit schnellen Schritten zum Lichtschalter. Klack Klick-
Kein Licht. Ich stolperte zum Fenster herüber
und ließ den Rollo hoch. Von der 30 Meter entfernten
Strassenlaterne fiel etwas Licht in mein Zimmer.
Ich stand erstmal völlig unter Schock einfach
nur am Fenster. Ich blickte hinaus in das Licht und
mir wurde wahnsinnig kalt. War da nicht was? Ich zuckte
zusammen. Hatte ich da gerade wirklich was an meiner
Schulter gespürt? Ich fuhr herum und blinzelte
etwas um zu sehen ob ich etwas erkannte. Vor mir war
etwas wie eine dunkle Wand. Ich fuhr mit meinem Blick
an der Wand entlang nach oben. Ich riss die Augen
auf und mein Herz fing an zu stolpern. Vor mir stand
mit einer wehenden Kutte die Gestalt. Die Gestalt
aus meinen Träumen. Sie stand direkt vor mir
und ich konnte erkennen daß er etwas in den
Händen nach oben hielt. Das Licht der Strassenlaterne
blitze in der scharfgewetzten Klinge. Das flüstern
der Schatten um mich herum wurde immer lauter. Es
hallte und es war vollkommen durcheinander. Die Gestalt
fing an zu sprechen und fragte mich in einer völlig
tiefen und rauhen Stimmlage: Bist Du schon wach? Und
dann schlug er zu.
Im selben Moment ging das Licht wieder an. Vor mir
stand mein Kleiderständer mit seiner silbernen
Verzierung oben an der Spitze. Ich wusste in diesem
Moment nicht ob ich lachen oder heulen sollte. Mit
den Nerven am Ende ging ich also ins Bett zurück
und schlief dann irgendwann wieder ein. Ich war wieder
in diesem Haus.
Das selbe Spiel wie immer. Ich stehe vor der Tür
und davor stand die riesige Gestalt. Ich öffnete.
Die Gestalt fing an zu sprechen und sagte: Nein, du
bist noch nicht wach, Du schläfst noch immer.
Und Schlug zu. Es brannte..es brannte höllisch
und um mich herum wurde alles dunkel. Ich konnte nicht
aufwachen. Um nichts in der Welt konnte ich meine
Augen öffnen. Um mich hierum Schatten, lautes
flüstern, kalte Hände greifen nach mir.
Das flüstern wurde deutlicher und ich konnte
eine vertraute Stimme erkenenn. Meine Mutter? Die
Stimme trat näher an mich heran und ich konnte
nun endlich deutlich hören was sie sagte: "Ja
bitte Herr Doktor, schalten sie die Maschinen aus,
es hat keine Sinn mehr sie noch zwanghaft am Leben
zu erhalten"
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