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H.P. Lovecraft
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Howard Phillips Lovecraft bestach
nicht nur durch seine auffällige und innovative
Literatur. Was nie jemand von dem blassen und mickrigen
Mann aus Neu-England erwartet hätte, war dass
seine Horrorgeschichten später einmal stilbildend
werden sollten und er noch bis in die heutige Zeit
hinein, die Horrorliteratur beeinflussen würde.
Jack Starret (Regisseur "Ein Fall für Cleopatra
Jones" oder "Stursky und Hutch") beschrieb
Lovecraft als das phantastischste unter seinen Geschöpfen,
für ihn war Lovecraft ein "um ein Jahrhundert
zu spät geborener Roderick Usher".
Wie seine Helden in Poes gigantischem Alptraum, sah
er sich gern als totenbleiche, mysteriöse Gestalt
der Nacht. Ein fahler, gelehrter Nekrologe. Nach Starret
kultivierte Lovecraft seine richtunggebende Ähnlichkeit
derartig, dass er schließlich wirklich so aussah.
Erst Lovecraft prägte die Horror-Literatur derartig,
dass Pop-Schauergeschichten zur Kunstform wurden.
Bedeutende Größen wie A. Hoffmann, Edgar
Allan Poe oder Friedrich Dürrenmatt näherten
sich mit ihrer Kunst der Schauerliteratur und machten
sie damit Marktfähig. Lovecraft allerdings näherte
sich "von unten" und brachte die Horror-Story
in eine neue Form.
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Lovecraft wird heute von fast jedem
modernen Horror-Autor gehuldigt, es gibt kein Buch, keine
Novelle in diesem Genre, die nicht einen Touch Lovecraft
enthält. Selbst der König der Mysterien, Stephen
King, scheut sich nicht davor, Lovecraft als sein Ideal
anzugeben; auch seine Werke sind maßgeblich von Lovecraft
beeinflusst worden.
Ausschlaggebend für Lovecrafts heutigen Titel als unangefochtenden
Meister des Horrors und seiner Faszination gegenüber
allen Rollenspielern, Spiritisten, Anhängern des Okkultismus
und auch einiger Theologen sowie Geschichtswissenschaftlern,
war Lovecrafts "Necronomicon", welches, -trotz
der ständigen Hinweise Lovecrafts alter Freunde und
wissenschaftlichen Untersuchungen, es handle sich ausschließlich
um Lovecrafts eigene Erfindung- heute als die Bibel der
Nekromanten angesehen wird. Hier teilen sich die Meinungen.
Aber zunächst ist wohl der Interessanteste Aspekt für
Lovecrafts Schaffen, sein Leben:
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Das Leben des H.P. Lovecrafts:
H.P. Lovecraft wurde am 20 August 1890 als einziger Sohn
-und auch einzigstes Kind- von Sarah Susan Phillips und
dem reisenden Silberverkäufer, Winfried Scott Lovecraft
geboren. Als Lovecraft im Alter von drei Jahren war, erlitt
sein Vater in einem Chicagoer Hotelzimmer einen Nervenzusammenbruch
und wurde ins Butler-Krankenhaus eingeliefert. Nach fünf
Jahren Leidenszeit verstarb Winfried Scott Lovecraft am
19. Juli 1898 an den Folgen von Paresis (einer Form von
Neurosyphilis).
Dem jungen Lovecraft wurde erzählt, dass sein Vater
unter einer starken Lähmung litt und einem Koma erlag.
Die Wahrheit erfuhr er nie. Von da an wurde Lovecraft von
seiner Mutter, seinen zwei Tanten und seinem Großvater
Whipple Van Buren Phillips, zu dem er eine sehr enge Beziehung
aufbaute (Anmerk. D. Autors: Diese Beziehung sollte Wendepunkt
in Lovecrafts leben werden und ihn noch nachhaltig beeinflussen.
Ich denke, für einen so jungen Menschen ist der Tod
des eigenen Vaters derartig traumatisierend, dass es zur
damaligen Zeit es zwangsläufig zu Lovecrafts Hingabe
zum Mysteriösen und dem Tod kommen musste). Unter dem
Einfluss seines Großvaters und dank seiner eigenen
Begabung, begann Lovecraft bereits mit vier Jahren zu lesen
und verschlang vor allem Literatur aus dem Morgenland, Bücher
wie die "Arabian Nights" oder später griechische
Mythologiewerke wie Bulfinchi's "Age of Fable".
Damals schon legte sich Lovecraft den Pseudonym "Abduhl
Alharzed" zu, der später das mysteriöse "Buch
der toten Namen" (Necronomicon) verfasst haben soll.
1897 erschienen bereits die ersten literarischen Werke Lovecrafts,
wie "The Poem of Ulysses", eine in Verform geschriebene
Umschreibung der Ilias Odyssee oder 1896 bereits seine Geschichte,
"The Noble Eavesdropper" aus dem Bereich der "Weird
Fiction".
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Im Alter von acht Jahren entdeckte Lovecraft
nach einer recht einsamen Kindheit, in der er ständig
unter psychologisch bedingten Krankheiten litt und deshalb
die Schule nur sporadisch besuchte und seinen Wissensdurst
durch eigenes Lesen stillen musste, sein Interesse an der
Wissenschaft. Lovecraft brachte daraufhin eigene Zeitschriften
wie "The Scientific Gazette (1899-1907)" oder
"The Rhode Island Journal of Astronomy (1903-1907)"
heraus, indem er diese unter seinen Freunden verteilte.
Im Zeitraum von 1906-1915 versuchte Lovecraft durch mehrere
Veröffentlichungen von Artikeln in Fachzeitschriften
um einen weiteren schmerzliches Verlust zu kompensieren
und die damit verbundenen Veränderungen in seinem Leben.
Der Verlust seines Großvaters im Jahre 1904 traf ihn
sehr, doch beinahe noch mehr der Verlust seiner Geburtsstätte,
als Lovecrafts Mutter und Lovecraft selbst nach dem Tod
des Großvaters aufgrund finanzieller Probleme das
Haus verlassen mussten.
Lovecraft erlitt daraufhin, kurz vor seinem Highschoolabschlusses
im Jahre 1908, einen Nervenzusammenbruch und musste die
Schule abbrechen. Auch der Versuch auf die Universität
zu gehen, scheiterte daraufhin; und so verbrachte er die
folgenden Jahre als Einsiedler, da er sich für sein
Versagen schämte.
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Erst 1913 gelang es Lovecraft diesem
Einsiedlerleben zu entfliehen, nachdem er in einem
Pulp - Magazin ein, für seine Ansichten, derartig
grottenschlechtes Liebesgedicht gelesen hatte, dass
er sich gezwungen sah, seine Ansicht als Leserbrief
(den er in Versform verfasste) zu veröffentlichen.
Dieser Brief und weitere Antworten auf Kritik über
seine Kontroversen, führten dazu, dass Lovecraft
beim Präsidenten der "United Amateur Press
Assoziation" (UAPA) Eindruck erweckte, und dieser
ihn kurz darauf einstellte.
So gelang Lovecraft es, durch die Veröffentlichung
seines eigenen Magazins (The Controverse), den Einstieg
in die Autorenwelt zu fassen und das Einsiedlerleben
zu vergessen. Doch kurze Zeit darauf verstarb Lovecrafts
Mutter. Ihr Tod ist das Ergebnis einer fehlerhaften
Gallenblasenoperation gewesen. Wochenlang ist Lovecraft
am Boden zerstört gewesen, erst ein Amateur -
Autoren Kongress lenkte ihn genügend ab, um wieder
auf die Bein zu kommen- vor allem aber die Bekanntschaft
mit seiner zukünftigen Ehefrau, Sonia Haft Greene.
Sie war eine russische Jüdin, sieben Jahre älter
als Lovecraft und beide waren sich nach zwei Jahren
sicher gewesen, den Partner fürs Leben gefunden
zu haben.
Zu Anfangs schien alles perfekt zu sein. Lovecraft
brachte erfolgreich weitre Geschichten heraus und
Sonia betrieb ein gut laufendes Hutgeschäft.
Bis dieses pleite ging und Lovecraft sich weigerte,
für ein anderes
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Pulp-Magazin zu arbeiten, und Sonia
musste einige Zeit in ein Sanatorium. Dann überschlugen
sich die Ereignisse, nachdem Sonia nach Cleveland zog um
einen Job anzunehmen und Lovecraft sich letztendlich dazu
entschied, 1926 zurück nach Providence zu ziehen.
1929 wurde, nach fünf Jahren der Ehe, die Scheidung
eingereicht. Es folgten Lovecrafts letzten und auch besten
10 Jahre, in denen er nicht mehr so verschlossen lebte,
viel reiste und seine besten Werke ("Call of Cthulhu";
"At the Mountains"; "The Shadow out of Time")
schrieb. Zudem setzte er sich durch seinen wiedereingesetzten
Briefverkehr (welcher ihn in den Jahren zuvor bereits zu
dem bedeutendsten Briefeschreiber des Jahrhunderts machten)
für junge Autoren und deren Erfolg ein.
Die letzten zwei Jahre seins Lebens wurden noch einmal schwer
für ihn. Der Krebs, welcher ihn letztendlich töten
sollte, war bereits weit fortgeschritten, seine immer komplexeren
Bücher verkauften sich immer schwieriger. Als verwirrter,
wieder vereinsamter Mann, starb Lovecraft am 18. März
1937 im Jane - Brown - Memoiren - Hospital. Doch noch heute
zerbrechen sich Literaturwissenschaftler über seine
Werke ihre Köpfe. In ihnen lebt sein genialer Geist
weiter und in all denen, die er geprägt hat.
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