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Parapsychologie
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Die Parapsychologie (neuzeitliches
altgriechisches Kunstwort pa?a????????a, parapsychología
- etwa die weitergehende Seelenkunde, von para - jenseits,
weiter, Psyche - die Seele und lógos - die
Kunde, Vernunft, das Wort) beschäftigt sich mit
offenbar neuen Möglichkeiten der Kommunikation
und der gegenseitigen Beeinflussung zwischen Organismen
und ihrer Umwelt. Diese Arten der Kommunikation subsumiert
die Parapsychologie unter der Bezeichnung Psi.
Der Begriff Parapsychologie geht auf Max Dessoir zurück,
der ihn 1889 zur Bezeichnung einer Wissenschaft prägte,
die sich mit "den aus dem normalen Verlauf des
Seelenlebens heraustretenden Erscheinungen" befasst.
Erstmals veröffentlicht wurde der Begriff in
der von Wilhelm von Hübbe-Schleiden herausgegebenen
theosophischen Zeitschrift Sphinx. Aber auch schon
zuvor befasste man sich mit der Thematik.
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So formulierte im Jahre 1852 Edward White Benson im
Rahmen des in Cambridge neu gegründeten "Ghost
Club" (einem Vorläufer der späteren
Society for Psychical Research) das Ziel, die übernatürlich
anmutenden okkulten Phänomene auf der Basis rein
wissenschaftlicher Methoden zu untersuchen. Die ersten
systematischen Untersuchungen wurden Ende des 18.
Jahrhunderts von dem deutschen Arzt Franz Anton Mesmer
zum sogenannten animalischen Magnetismus durchgeführt.
Der Status der Parapsychologie als ernstzunehmende
Wissenschaft ist bis heute umstritten und die Parapsychologie
wird mehrheitlich als Parawissenschaft eingeordnet.
An wenigen Universitäten ist die Parapsychologie
als Teilgebiet der Psychologie Forschungsgegenstand.
An der Universität Freiburg gab es von 1954 bis
1998 die Abteilung Grenzgebiete der Psychologie, der
bis zu seiner Emeritierung 1973 Professor Hans Bender
und anschließend sein Nachfolger Johannes Mischo
vorstand. Bender war zugleich auch Leiter des Instituts
für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene
(IGPP) in Freiburg, ein privates Institut, das noch
heute zur Parapsychologie forscht. Die Universität
Edinburgh beherbergt heute das einzige Hochschulinstitut
für Psychologie in Europa, das mit der "Koestler
Parapsychology Unit" auch eine Abteilung für
Parapsychologie enthält. Lehrstuhlinhaber war
der 2004 verstorbene Psychologieprofessor Robert Morris.
Eine verstärkte Popularität erlebte die
Parapsychologie während des Kalten Krieges, als
die russischen und amerikanischen Geheimdienste versuchten,
sich mit parapsychologischen Phänomenen auseinander
zu setzen und sie für kriegerische Zwecke zu
nutzen.
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Untersuchungsgebiete der Parapsychologie
Die parapsychologische Forschung hat es sich zur Aufgabe
gemacht, die Existenz von Psi-Phänomenen wie Telepathie,
Telekinese, Psychokinese oder Nahtoderfahrungen zu untersuchen
und die Bedingungen für deren Auftreten in Abhängigkeit
von der Umgebung bzw. der Beteiligten nachzuvollziehen.
Dabei werden grob zwei Kategorien von Psi-Phänomenen
unterschieden:
Außersinnliche Wahrnehmung: Bei
einer Außersinnlichen Wahrnehmung scheint ein Organismus
Information auf eine physikalisch nicht erklärbare
Weise von seiner Umwelt zu empfangen; dies kann als Psi-rezeptiv
bezeichnet werden. Unter einer Außersinnlichen Wahrnehmung
versteht die Parapsychologie Telepathie, Präkognition
und Hellsehen.
Psychokinese: Bei der Psychokinese scheint
ein Organismus lediglich mit seinem Willen aktiv Einfluss
auf seine Umwelt nehmen zu können; dies kann als psi-emissiv
bezeichnet werden. Die Psychokinese wird unterteilt in zwei
Untergruppen:
Mikro-Psychokinese: Dieser Ausdruck wird verwendet
für psychokinetische Ereignisse, die nur instrumentell
oder mit statistischen Methoden nachgewiesen werden können,
z. B. die Beeinflussung von elektronischen Geräten
oder die Beeinflussung eines Würfels.
Makro-Psychokinese: Dieser Ausdruck wird verwendet
für psychokinetische Ereignisse, die Effekte hervorrufen
sollen, die mit bloßem Auge erkennbar sind, z. B.
das Poltergeist-Phänomen.
Neben der Erforschung möglicher Ursachen und Erscheinung
der obigen Kategorien beschäftigt sich die Parapsychologie
in diesem Zusammenhang auch mit außergewöhnlichen
menschlichen Ereignissen. Diese Ereignisse sind spontane
und für die Betroffene nach eigener Aussage real erlebte
Erfahrungen wie etwa Nahtoderfahrungen oder Außerkörperliche
Erfahrungen. Ob diese Erfahrung mit Psi-Phänomen in
Verbindung stehen könnten, ist nicht geklärt.
Die Auslöser derartiger Phänomene könnten
seelische Probleme einzelner Menschen sein, welche in das
Unbewusste verdrängt werden und sich von dort aus "entladen";
oder derartige Phänomene werden als Ausdruck unterbewusster
Probleme gedeutet. Generell gehen Parapsychologen davon
aus, dass im Prinzip jeder Organismus Psi-Fähigkeiten
besitzen könnte.
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Methoden
Die Parapsychologie unterteilt ihre Methoden in drei Gruppen
Erfahrungsberichte: Hierbei handelt es sich um Berichte
von Psi-Erscheinungen, welche aus aller Welt zusammengetragen
werden.
Experimente mit Medien ("qualitative Methode"):
Als Medium wird ein Mensch bezeichnet, durch dessen Einwirkung
Psi-Phänomene aufzutreten scheinen. In Experimenten
werden seine "Fähigkeiten" dann auf die Probe
gestellt.
Statistische Experimente ("quantitative Methode"):
Es werden Versuche durchgeführt, in denen Menschen
auf ein zufälliges Ereignis durch ihren Willen Einfluss
nehmen sollen. Wenn ein bestimmtes Ereignis (zum Beispiel
die Vorhersage der Augenzahl eines Würfelwurfes) häufiger
auftritt als es nach der statistischen Wahrscheinlichkeit
zu erwarten ist, dann gilt dies als Indiz für einen
paranormalen Effekt. Der Amerikaner J. B. Rhine, der in
den 30er Jahren paranormale Phänomene systematisch
experimentell untersuchte, gilt als der Begründer dieser
Methode. Auch der französische Arzt Charles Richet
(Nobelpreis für Medizin 1913), der dafür bekannt
war, dass er sich über sein Fachgebiet hinaus für
sehr viele verschiedene Themen interessierte, forschte systematisch
auf dem Gebiet der Parapsychologie; vor allem untersuchte
er spiritistische Sitzungen.
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Animismus und Spiritismus
Die Begriffe Animismus und Spiritismus haben in
der Parapsychologie eine spezielle Bedeutung.
Der "parapsychologische Animismus" stellt
die dem Spiritismus entgegengesetzte Position dar.
Er lehnt das Konzept einer vom Körper unabhängig
existenzfähigen Psyche grundsätzlich ab
und versucht demzufolge, alle paranormalen Phänomene,
die für ein Weiterleben nach dem Tod sprechen
(beispielsweise die Fälle vom Reinkarnationstyp,
Spuk etc.) auf das Wirken physisch lebender Personen
zurückzuführen.
Demgegenüber hält der "wissenschaftliche
Spiritismus" (wie er in Unterscheidung zum
praktischen, zumeist religiös eingefärbten
genannt wird) auch den Einfluss von Personen für
möglich, die nicht an einen physischen Körper
gebunden sind. Eine solche wird oft mit dem Akronym
IPA (= incorporeal personal agent, also: körperfreier
persönlicher Handlungsträger) bezeichnet.
Ein Beispiel dafür wäre der Geist eines
Verstorbenen.
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Bekannte Vertreter des Animismus waren
Joseph Banks Rhine und Hans Bender. Der bedeutendste Parapsychologe
der spiritistischen Richtung ist Ian Stevenson.
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Kritik
Die Parapsychologie hat den Anspruch eine ernstzunehmende
Wissenschaft zu sein, welche mit streng wissenschaftlichen
Methoden arbeitet und ihre Ergebnisse zur Diskussion stellt.
Dabei verweist die Parapsychologie sowohl auf die große
Bandbreite an Erfahrungsberichten als auch auf Experimente
mit Versuchspersonen, die konstante, aber ihrer Meinung
nach signifikante Abweichungen von der statistischen Wahrscheinlichkeit
in ihren Versuchsreihen ergeben haben. Ausgehend von diesen
Ergebnissen folgert die Parapsychologie, dass mangels einer
hinreichenden physikalischen Erklärbarkeit dieser Ereignisse
Psi-Phänomena offenbar existieren. Dass diese Wissenschaftler
nicht immun gegen Täuschung sind (genauso wie Forscher
anderer und besser akzeptierter Fachrichtungen), hat der
amerikanische Zauberkünstler und Skeptiker James Randi
mit dem Projekt Alpha deutlich gemacht.
Das Hauptproblem des Begriffes Psi ist allerdings seine
definitorische Unschärfe. Eine genaue Abgrenzung, welche
Phänomene dem Begriff zugehörig und welche per
definitionem ausgeschlossen sind, fehlt bis heute. Psi wird
deshalb in psychischen Experimenten als unbekannter Faktor
definiert, der mit den herkömmlichen Sinnen nicht verlässlich
erfassbar sei. Da es aber keine positive Definition von
Psi-Phänomenen gibt, stellt Psi nur eine Leerhülse
dar, die eigentlich nur beschreibt, dass die Daten eines
Experimentes nicht zu 100 Prozent erklärt werden können.
Kritiker meinen daher, dass das Wort Psi überflüssig
sei und man besser von Fehlervarianz etc. sprechen sollte.
Auch die wissenschaftliche Exaktheit der angewandten Methoden
wird von Kritikern in Frage gestellt. Bei statistischen
Experimenten mussten sehr lange Versuchsreihen durchgeführt
werden, um eine Abweichung von der Wahrscheinlichkeit zu
erreichen. Die erzielten Effekte waren dennoch sehr klein
und nur schwer replizierbar. Daher sind auch keine praktische
Anwendungen denkbar, dies spiegelt sich bspw. auch darin
wieder, dass es keine militärischen Bemühungen
mehr gibt, Psi für das Militär zu nutzen. Erfahrungsberichte
leiden außerdem unter dem Problem, dass sie nur subjektiv
die Sichtweise des Betroffenen wiedergeben. Ohne dass man
die Glaubwürdigkeit der Berichtenden notwendig in Zweifel
ziehen muss, ist eine objektivierbare Überprüfbarkeit
nicht immer gegeben. Außerdem kennt die Psychologie
zahlreiche Phänomene der Wahrnehmungstäuschung,
Confirmation Bias oder anderer Prinzipien, die dazu führen,
dass vermeintlich Zufälliges oder Unerklärliches
mit Psi in Verbindung gebracht wird. Im Lichte der Psychologie
erscheinen viele Phänomene wie Gedankenübertragung,
Geisterscheinungen in einem viel nüchteren Licht.
Der Parapsychologie ist ein eindeutiger Nachweis über
den Existenz von Psi oder der zu Grunde liegenden Mechanismen
bis heute nicht gelungen. Die Wissenschaftsgemeinde ist
mehrheitlich der Ansicht, dass die Parapsychologie bis heute
kein einziges stichhaltiges, wiederholbares Experiment vorweisen
kann, das die Annahme von Phänomenen rechtfertigt,
die nicht auf natürliche Weise erklärbar sind.
Auch wurde von Forschern schon darauf hingewiesen, dass
es starke Tendenzen gibt, die Existenzbehauptung von Psi
durch die Behauptung ebenfalls unbewiesener Effekte ("Psi-Missing",
"Decline-Effekt", etc.) gegen Kritik zu immunisieren;
die vielfach beobachtete Situation, dass Psi in einem wissenschaftlich
kontrollierten Experiment nicht nachweisbar ist, wird von
Anhängern unter Verweis auf diese Begriffe erst recht
als Beweis für die Existenz von Psi gedeutet. Aus Sicht
der Psi-Anhänger wird der Vorwurf der Immunisierung
jedoch im Gegenzug auch gegen Skeptiker erhoben mit der
Begründung, sie würden von vornherein auch nur
die Möglichkeit der Existenz von Psi kategorisch ausschließen;
Skeptiker weisen bei dieser Argumentationsweise meist darauf
hin, dass sie die Existenz solcher Phänomene nicht
kategorisch ausschließen, sondern nur hieb- und stichfeste
Nachweise für Psi-Phänomene einfordern und ihre
skeptische Haltung lediglich bis zur Ankunft solcher Nachweise
beibehalten wollen.
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| Quelle:
Wikipedia - Parapsychologie |
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