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Poltergeister unserer Zeit
Über den Fall der Annemarie
Schneider, die in einer Anwaltskanzlei in Rosenheim
als Sekretärin arbeitete wurde schon bei www.geister-und-gespenster.de
berichtet.
Dennoch gibt es noch andere Fälle, die von denen
sehr aufschlussreiche Berichte vorliegen. Im Jahr
1967 konnte beispielsweise Gaither Pratt (der auch
mit Stepanek arbeitete
http://www.geister-und-gespenster.de/spuk/phaenomene/Pavel_Stepanek.htm)
und William Roll, damals Forschungsdirektor der Psychical
Research Foundation of North Carolina, die Poltergeist-Effekte
beobachten, die sich rund um einen 19jährigen
Jungen namens Julio abspielten. Der Junge arbeitete
als Versandbuchhalter und hatte dabei auch immer wieder
im Lagerhaus zu tun. Nun passierte es aber sehr oft,
wenn Julio dort auftauchte, daß verschiedene
Artikel förmlich von den Regalen flogen, und
Roll bemerkte, daß dies bei einigen Artikeln
besonders häufig vorkam. Er wollte nun dieses
Phänomen untersuchen, indem er einige der Artikel,
die sich am häufigsten bewegten, an Plätze
legen, wo sehr oft solche Levitationen aufzutreten
schienen. Tatsächlich konnte Roll und Pratt auch
zehn Vorkommnisse verzeichnen, bei denen sich die
"Zielobjekte", wie sie sie bezeichneten,
unglücklicherweise jedes Mal genau dann
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bewegten, wenn die beiden Beobachter
ihre Aufmerksamkeit gerade dem Gegenstand zuwenden
wollten oder sich soeben davon abgewandt hatten. Bei
sieben der zehn Vorkommnisse beobachtete einer der
beiden Forscher den Jungen. Keinem von beiden gelang
es jedoch, selbst einen der Gegenstände in Bewegung
zu sehen
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Einsamkeit und Unzufriedenheit als
mögliche Ursache
Solche und ähnliche Berichte von Beobachtern und Experimentatoren
aus aller Welt liegen in einer derartigen Fülle vor,
daß man sie nicht so einfach als unmaßgeblich
abtun kann. Man muss jedoch sagen, daß bei der Erforschung
solcher Phänomene immer wieder Probleme auftauchen,
die unser Misstrauen wecken sollten, und die zeigen, wie
heikel die Untersuchung solcher Fälle ist.
Wie sich zeigt, ist bei 95% der angeblichen "Poltergeist-Fälle"
kein zweiter Besuch nötig. Berichte von seltsamen Vorfällen
stammen oft von vereinsamten, älteren Menschen, die
sich einfach jemanden wünschen, der ihnen zuhört
und mit ihnen spricht, oder von Familien, die mit ihrer
Wohnung unzufrieden sind und auf diesem Weg zu einer neuen
Unterkunft gelangen wollen. Oft stehen hinter scheinbar
unerklärlichen Vorkommnissen recht handfeste Ursachen.
Wahrscheinlich das größte Problem im Zusammenhang
mit den Poltergeist-Phänomenen ist die Möglichkeit
von Betrug. William Rolls Analyse einer (eher kleinen) Stichprobe
von Fällen, die vor 1949 bekannt wurden, ergab, dass
knapp 10% davon vorgetäuscht waren. Bei den 34 Fällen,
die zwischen 1949 und den frühen siebziger Jahren gemeldet
wurden, liegt dieser Prozentsatz schon bei 32%, also nicht
weniger als ein Drittel! Dies mag zum Teil auf verbesserte
Überprüfung zurückzuführen sein, anscheinend
stellen aber auch einschlägige Filme eine Aufforderung
zur Nachahmung dar. Die tatsächliche Zahl der Betrugsfälle
ist aber wahrscheinlich noch höher. Wenn nämlich
ein Forscher einen Fall als Schwindel entlarvt, könnte
es sein, dass es gar nicht zu einer Veröffentlichung
kommt. Falls der Betrüger besonders raffiniert vorgeht
und der Forscher nicht allzu erfahren ist, kann der Betrug
natürlich auch unentdeckt bleiben.
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Julio und der Poltergeist
Was Roll in jenem Lagerhaus in Miami, wo Julio
arbeitete, beobachtete.
"Um 11:25 Uhr zerbrach ein Zombie-Glas
auf Regal 2 im Seitengang 2. Dieses Glas befand
sich
30 Zentimeter vom Rand des Regals
entfernt, und vor dem Glas standen eine flache
Schale, eine Schüssel und ein paar Notizbücher.
Außer mir selbst befanden sich während
des Vorfalls noch drei andere Personen im
Lagerhaus - Miss Roldan an ihrem Schreibtisch,
Mr. Hagmeyer, der sich im südwestlichen
Teil der Halle aufhielt, und Julio. Zum Zeitpunkt
des Vorfalls saß Julio gerade am nördlichen
Ende vom Seiteneingang 3; er war gerade dabei,
einen Plastikalligator auf das unterste Regalbrett
zu legen. Ich selbst stand - ihm zugewandt
- knapp zwei Meter von ihm entfernt. Er hatte
keinen sichtbaren Kontakt mit Regal 2. Das
Glas stand über einen Meter von seinem
Rücken entfernt. Es bewegte sich von
ihm weg, berührte dabei aber keinen der
vor ihm platzierten Gegenstände. Es muss
also mindestens fünf Zentimeter über
dem Regalbrett geschwebt sein, um nirgends
anzustoßen."
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Deswegen kann man wahrscheinlich davon
ausgehen, dass 30 bis 50% aller nach dem zweiten Weltkrieg
verzeichneten Fälle nur vorgetäuscht waren. Betrug
ist allerdings in diesem Zusammenhang ein zu hartes Wort.
Die meisten Poltergeist-Fälle haben mit Kindern und
Jugendlichen zu tun, und Kinder haben noch nicht das moralische
Bewusstsein von Erwachsenen. Zwar gehen die meisten vorgetäuschten
Fälle auf Kinder zurück, doch der Grund für
ihr Verhalten ist eher in den Familienverhältnissen
als in Böswilliger Absicht zu suchen.
Ein angeblicher Poltergeist-Fall, bei dem im Verlauf von
insgesamt drei Besuchen von Parapsychologen zwar keinerlei
Psychokineseeffekte, dafür aber ein Täuschungsversuch
beobachtet werden konnte, soll das Problem verdeutlichen.
Die Kinder dieser Familie hatten keinen Vater, und da sie
noch dazu in einer tristen Gegend leben mussten, waren sie
über jeden Besuch von aufmerksamen Fremden froh. Beim
ersten Besuch hatte sich nichts Ungewöhnliches ereignet,
und beim Verabschieden sagte eines der Mädchen noch
zu dem Besucher: "Du kommst doch wieder, oder?"
Gegen Ende seines zweiten Besuches, als wieder nichts Besonderes
passiert war, konnte er gerade noch mitverfolgen, wie der
Junge eine Bürste in die Luft warf und dann alles erzählte,
der Poltergeist wäre wieder aktiv gewesen.
Solche Probleme geben natürlich allen Skeptikern Recht,
die es "ohnehin immer schon gewusst haben". Natürlich
folgt daraus auch, dass Poltergeist-Forscher ihre Augen
überall haben müssen. Doch es wäre wohl ziemlich
verfehlt, in einem Fall wie dem soeben beschriebenen sofort
an Betrug zu sprechen. Der gerade acht Jahre alte Junge
hat seine Tat nicht als Verfehlung verstanden. Er hatte
außerdem ein gutes Motiv dafür - er wollte nur
etwas Aufmerksamkeit und Zuwendung, und außerdem glaubte
er, dass dies dem Besucher gefallen würde, der ja schließlich
Poltergeist-Effekte sehen wollte. Hier scheinen die Motive
von Poltergeistern und die von Kindern recht ähnlich
zu sein - vielleicht sehnen sich beide nach Aufmerksamkeit!
Natürlich meinen wir, dass Skeptiker recht haben, wenn
sie eingehende Überprüfungen der Fälle fordern.
Man sollte nun jedoch auf ein Argument eingehen, das immer
wieder von Skeptikern vorgebraucht wurde, um zu betonen,
dass die Poltergeist-Effekte nicht auf Psychokinese beruhen
könnten. Ein Argument, das mittlerweile völlig
widerlegt ist.
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Geophysikalische Ursachen - Das Ende
einer Theorie
Manchmal gelingt es der Parapsychologie, Argumente von Skeptikern
restlos zu zerstreuen. Dies ist auch deshalb so selten,
weil viele dieser Argumente kaum nachprüfbar sind.
Viele skeptische Kommentare sind eher vage und beschränken
sich darauf, den Gegenstand der Kritik ohne Bestätigung
durch konkrete Fakten abzuqualifizieren. Guy Lamberts Theorie
von der geophysikalischen Ursache des Poltergeist-Effekts
bildet hier eine wohltuende Ausnahme.
Lambert machte unterirdische Wasserwege, wie etwa Abwasserkanäle,
für das Poltergeist-Phänomen verantwortlich -
und zwar dann, wenn sie in unmittelbarer Nähe der Grundmauern
eines Gebäudes verliefen. Insbesondere wenn sich eine
Wassersäule bildet, so die Theorie, könne ein
so genannter Wasserstoß das Gebäude in Mitleidenschaft
ziehen. Diese plötzlichen, dynamischen Wasserstöße
wurden die knarrenden Geräusche im Gemäuer sowie
die Bewegung von Gegenständen verursachen, die man
für die typischen Geräusche des Poltergeist-Phänomens
hält. Wenn Lamberts Theorie stimmt, dann müssten
solche Effekte nach heftigen Regenfällen, Überflutungen
usw. besonders häufig auftreten (eine überprüfbare
These). Später fügte Lambert hinzu, dass auch
kleine lokale Erdstöße, die von Seismo-graphen
nicht registriert würden, ebenfalls solche Effekte
hervorrufen könnten.
Die ersten Theorien dieser Art tauchten schon vor 200 Jahren
auf. Lambert sammelte systematisch alles verfügbare
Material, um diese Ansätze zu überprüfen.
Es gelang ihm auch tatsächlich, einige Poltergeist-Fälle
auf geophysikalische Ursachen zurückzuführen.
Einige Elemente seiner Theorie waren jedoch fragwürdig.
Er wies beispielsweise darauf hin, dass Poltergeist-Effekte
mit besonderer Häufigkeit in Küstengebieten mit
starker Gezeitenströmung vorkommen. Doch dies sind
genau die Gebiete, die seit jeher am dichtesten besiedelt
sind; wo überdurchschnittlich viele Menschen leben,
ist selbstverständlich auch der Poltergeist-Effekt
öfter anzutreffen.
Zwei britische Forscher machten sich als erste daran, Lamberts
Theorie zu widerlegen - Alan Gauld, Psychologe an der Universität
Nottingham, und Cambridge-Absolvent Tony Cornell, der über
eine mehrjährige Erfahrung in der Poltergeist-Forschung
verfügt. Gauld und Cornell räumten zwar ein, dass
ein kleiner Teil von Fällen auf Wasserstöße
oder Senkungsvorgänge zurückzuführen sei;
ihrer Ansicht nach könnten geophysikalische Vorgänge
jedoch keine Erklärung liefern für die seltsame
Flugbahn mancher Gegenstände sowie die Tatsache, dass
auch besonders schwere Gegenstände bewegt werden können.
Auch lässt sich anhand der Theorie nicht begründen,
warum in manchen Fällen die Phänomene immer nur
dann auftreten, wenn eine bestimmte Person sich in dem betreffenden
Haus aufhält. Schließlich argumen-tierten Gauld
und Cornell, dass wohl nur wenige Häuser unterirdischen
Kräften standhalten könnten, die in der Lage sind,
Gegenstände in dem Haus zu bewegen; sie würden
ganz einfach einstürzen. Im Jahre 1961 erhielten Gauld
und Cornell die Gelegenheit, Versuche mit alten, aber stabilen
Häusern durchzuführen, die zum Abriss vorgesehen
waren. Mit Hilfe von technischen Geräten erzeugten
sie Kräfte in der Art, wie sich nach Lamberts Ansicht
für das Poltergeist-Phänomen verantwortlich seien;
allerdings überstiegen sie in der Größenordnung
bei weitem jene Kräfte, mit denen Lambert rechnete.
Selbst als in einem Haus Vibrationen erzeugt wurden, die
noch zwei Häuser weiter zu spüren waren, konnte
keine Bewegung von Gegen-ständen beobachtet werden,
die annähernd dem Poltergeist-Effekt glich. So stark
die Vibrationen auch waren, es kam kein Poltergeist-Effekt
zustande. Schließlich musste man schon fürchten,
dass die Häuser vorzeitig einstürzen würden,
was die beiden Forscher - nicht zuletzt im Interesse ihrer
eigenen Gesundheit - bewog, die Arbeit zu beenden - denn,
so meinten sie, den Häusern drohe das gleiche Schicksal,
das Lamberts Theorie ereilt habe, die nun wohl endgültig
in sich zusammengefallen sei.
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Psychologische Voraussetzungen für
Poltergeist-Phänomene
Alan Gauld entwickelte eine statistische Methode zur Untersuchung
von ortsgebundenen Spukphänomenen und dem Poltergeist-Effekt,
der sich stets rund um eine bestimmte Person abspielt. Ein
"Spukhaus" scheint gekennzeichnet zu sein durch
Klopfgeräusche, Erscheinungen, das Gefühl, von
unsichtbaren Händen berührt zu werde, sowie eine
gewisse Beständigkeit dieses Zustandes, der sich -
Berichten zufolge - über viele Jahre erstrecken kann.
Die Anwesenheit von Poltergeistern hingegen ist von kürzerer
Dauer, die Klopfgeräusche sind seltener - dafür
teilt sich dieser "Geist" durch oft spektakuläres
Bewegen von Gegenständen mit. So viel zu den äußeren
Merkmalen; wie sehen aber nun die psychologischen Aspekte
des Poltergeist-Phänomens aus? Einige der psychologischen
Faktoren, die leider auch zur "Entdeckung" eines
Poltergeistes führen können - etwa den Wunsch
nach Aufmerksamkeit (haben wir schon erwähnt) oder
Unzufriedenheit mit den jeweiligen Lebensumständen.
Gehen wir jetzt näher auf die auslösende Person
oder Fokusperson ein, um die herum sich das Phänomen
abspielt, und uns die Frage stellen, ob man Aussagen über
Alter und Geschlecht dieser Person treffen kann.
Was die Geschlechtszugehörigkeit betrifft, so scheinen
weibliche Fokuspersonen klar in der Mehrheit zu sein; Ihr
Anteil wird von Gauld und Cornell auf 73% und von William
Roll auf 61% geschätzt. Außerdem hat Roll darauf
hingewiesen, dass bei den Fällen, die vor 1900 berichtet
wurden, 80% der Fokuspersonen weiblich waren. In diesem
Jahrhundert weisen die vorliegenden Berichte allerdings
darauf hin, dass beide Geschlechter in gleichem Maße
mit solchen Erscheinungen zu tun haben dürften. Möglicherweise
ist dies auch ein Ausdruck der Veränderungen, die in
unseren westlichen Kulturen, wo ein Großteil dieser
Forschung betrieben wird, stattgefunden haben.
Auch das Alter scheint ein wichtiger Faktor zu sei, denn
die überwiegende Mehrheit der mit Poltergeistern in
Zusammenhang stehenden Personen sind Kinder und Jugendliche.
Doch während in Entwicklungsländern diese Tatsache
unverändert ist, konnte Roll in Europa und den USA
einen Anstieg des Durchschnittsalters der Fokusperson von
16 auf 20 Jahre feststellen. Dies hat vor allem damit zu
tun, dass der Anteil der Personen über 70 Jahre zugenommen
hat.
In den meisten Fällen sind es allerdings nach wie vor
Kinder und Jugendliche im Pubertätsalter, um die herum
sich Poltergeist-Phänomene abspielen. Dies wäre
eigentlich ganz im Sinne einer alten Vorstellung, wonach
solche Manifestationen auf sexuelle Konflikte und Spannungen
zurückzuführen wären. Filme wie Der Exorzist
und Carrie haben sich dieser Theorie ja zur Genüge
bedient. Die Frage ist allerdings ob diese Annahme heute
noch begründet ist, wo sich immer mehr herausstellt,
dass beide Geschlechter gleichermaßen an Poltergeist-Fällen
beteiligt sind. Außerdem ist das Durchschnittsalter
der Fokusperson in letzter Zeit gestiegen, während
die Pubertätsphase heute früher einsetzt.
Wie man den Berichten entnehmen kann, war (und ist) es zumeist
so, dass die Poltergeist-Vorgänge nach einigen Besuchen
des Arztes oder Priesters (in unserer Zeit vielleicht des
Forschers) sofort aufhörte. Wenn wir hier nicht gerade
die Möglichkeit von groben Verfehlungen des beteiligten
Arztes oder Priesters in Erwägung ziehen, dann ist
kaum einzusehen, wie sexuelle Frustrationen durch solche
Besuche gelöst worden sein sollen. Selbstverständlich
ist es aber möglich, dass ein Arzt oder Priester für
das Selbstwertgefühl eines vernachlässigten Kindes
etwas tun konnte.
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Eine weitere Erklärung wurde
in Störungen bzw. Krankheiten des Geistes gesucht.
Viele der von Poltergeistern heimgesuchten Kinder
wurden von Psychiatern oder Psychoanalytikern untersucht,
wobei Diagnosen verschiedenster Art gestellt wurden
- von Hysterie, Depression, zu wenig bzw. zu viel
Aggression bis hin zur Neurose. Das Problem bei solchen
Diagnosen liegt darin, dass der behandelnde Arzt zumeist
weiß, warum das Kind bei ihm zur Untersuchung
ist und deshalb auch prompt irgendetwas feststellt,
das den Fall erklärt. Doch selbst wenn wir davon
ausgehen, dass der Psychiater das Kind völlig
unvoreingenommen untersucht und eine Neurose feststellt
- wer sagt uns, dass das Kind nicht neurotisch geworden
ist, gerade weil es von einem Poltergeist verfolgt
wird? Wenn keine Befunde aus der Zeit vor dem Poltergeist-Fall
vorliegen - wie soll man das entscheiden können?
Die wirklich aussagekräftigen Belege lassen jedoch
annehmen, dass das Poltergeist-Phänomen weniger
mit sexuellen Spannungen oder Geisteskrankheiten zu
tun hat als vielmehr mit dem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
und Zuwendung.
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Szene aus Steven Spielbergs Film
"Der Poltergeist". Solche Spezialeffekte
kann ein Poltergeist nur im Film vollbringen
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Bei einer Untersuchung von Fokuspersonen,
die höchstens 18 Jahre alt waren, machte Roll die interessante
Entdeckung, dass nicht weniger als 62% nicht im Elternhaus
lebten, als der Poltergeist auftauchte.
Von den übrigen hatte jeder sechste nur einen Elternteil.
Der zweite Punkt mag angesichts der Tatsache, dass es in
Europa und den USA immer mehr Kinder gibt, die nur von einem
Elternteil erzogen werden, nicht viel heißen, und
schließlich ist ja auch nicht gesagt, dass solche
Familien nicht stabil wären. Dagegen muss uns die Tatsache,
dass 62% nicht daheim lebten, doch zu denken geben. Die
Theorie wird auch dadurch gestützt, dass immer mehr
ältere Menschen von Poltergeist-Erlebnissen berichten.
Ältere Menschen müssen sich heute im Vergleich
zu früheren Zeiten sehr oft vernachlässigt und
vom eigentlichen Leben ausgeschlossen fühlen.
Ein Problem in diesem Zusammenhang besteht darin, dass viele
vernachlässigte Kinder eben nicht von einem Poltergeist
besucht werden. Es scheint dies zwar eine Vorraussetzung
dafür zu sein - aber eben nur eine von mehreren, und
es wird vielleicht noch lange dauern, bis wir die anderen
Faktoren kennen, die den Poltergeist-Effekt auslösen.
Welche Schlüsse können wir nun ziehen? Nun, allzu
klare, zusammenhängende Ergebnisse dürfen wir
und wohl nicht erwarten, denn, wie es scheint, haben wir
es hier mit Psychokinese in ihrer chaotischsten Form zu
tun. Wir können in seltenen Fällen bestimmte Phänomene
beobachten und aufzeichnen, doch vorhersagen oder kontrollieren
können wir sie nicht.
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" Esther Cox, Du
bist des Todes " - Ein anschaulicher
Poltergeist-Fall
Vor etwas mehr als 100 Jahren stand die 18
Jahre alte Esther Cox im Mittelpunkt eines
Poltergeist-Falles in Amherst, Kanada. Esther,
ein unscheinbares und (angeblich) psychoneurotisches
Mädchen, lebte mit ihrer Familie in ärmlichen
Verhältnissen; sie musste mit ihrer (attraktiven)
Schwester Jane ein Bett teilen. Als Janes
Verehrer versuchte, Esther zu vergewaltigen,
brachen die Poltergeist-Effekte aus.
Im Schlafzimmer der Schwestern trugen sich
wüste Vorfälle zu: Kästchen
flogen durch die Luft, die Bettwäsche
wurde vom Bett gerissen, außerdem waren
laute Klopfgeräusche zu hören. Man
rief einen Arzt zu der fiebernden Esther,
der mit eigenen Augen eine Schrift an der
Wand erscheinen sah: "Esther Cox, du
bist des Todes." Später, als dieser
Arzt in der Tür stand, löste sich
etwas Putz von der Wand, flog um die Ecke
und landete direkt vor seinen Füssen.
Der Mann hörte außerdem laute Geräusche,
die wie von einem Vorschlaghammer klangen.
Oft war Esther in Trance, und ein Geistlicher,
der helfen wollte, wurde Zeuge, wie in Esthers
Gegenwart das Wasser in einem Eimer sich heftig
zu bewegen anfing und zu kochen schien. Als
dann auch noch Feuer ausbrach, wäre das
Haus der Cox´ benahe niedergebrannt.
Ein Magier namens Walter Hubbell suchte das
Haus mehrere Male auf, wobei es vorkam, dass
Stühle umstürzten, wenn er ein Zimmer
betrat, oder dass unsichtbare Hände mit
Messern nach ihm Warfen. Hubbells Buch über
den Fall wurde ein Bestseller. Wenngleich
das Buch nicht hundertprozentig glaubwürdig
ist, sind die Zeugenaussagen der Familie,
des Arztes und des Geistlichen doch nicht
völlig von der Hand zu weisen. Dieser
Fall weist viele der "klassischen"
Poltergeist-Effekte auf.
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