Studie über Geisterglauben

USA - Laut einer aktuellen Studie des US-Magazins Skeptical Inquirer sind hochgebildete und intellektuelle Menschen leichter bereit, an Geister, Gespenster und ähnliche Phänomene zu glauben.

Dieses Ergebnis war überraschend für Bryan Farha, den Initiator und Leiter der Studie, da dieser eigentlich das gegenteilige Resultat erwartet hatte. Um ein objektives Umfrageergebnis zu erreichen, wurden 439 Studenten und Schüler aus verschiedenen Klassenstufen der Oklahoma City University und einer weiteren Bildungseinrichtung in die Studie eingebunden.

Hierbei wurden den Teilnehmer der Umfrage verschiedene grenzwissenschaftliche Phänomene erklärt und sie anschließend befragt, ob sie an diese glauben würden oder könnten. Als mögliche Antworten waren "Ja, ich glaube daran", "Ich bin nicht sicher" und "Ich glaube nicht daran" vorgegeben.

Das Resultat der Studie ergab, dass im Allgemeinen die Antwort "Ja, ich glaube daran" im Verhältnis zu der Teilnehmerzahl nicht oft angekreuzt wurde. Jedoch vergrößerte sich die Zahl der "Ja, ich glaube daran"-Antworten mit dem steigenden Bildungsgrad der Befragten.
 
Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie war, dass eine bedeutende Anzahl der Studenten sich nicht auf eine klare Ja-/Nein-Antwort festlegen wollte und daher die Möglichkeit "Ich bin nicht sicher" wählte. Dies lässt eine generelle Aufgeschlossenheit gegenüber paranormalen und grenzwissenschaftlichen Themen vermuten.

Des Weiteren erkannten die Leiter der Studie einen auffallenden Mangel an negativen Antworten in sechs der insgesamt dreizehn Kategorien. So glaubte beziehungsweise war sich der größte Teil der Befragten nicht sicher, ob es spirituelle Heilung, heimgesuchte Häuser, Besessenheit, Geister, Hellseherei und Hexen gibt.

Die meiste Skepsis hingegen war bei den Themen Wiedergeburt und Channeling/Geistwanderung zu verzeichnen. Aus den Ergebnissen der Studie lässt sich laut den Verantwortlichen der Schluss ziehen, dass höhere Bildung und steigende Intellektualität keinesfalls die Skepsis gegenüber den Grenzwissenschaften und dem Paranormalen steigern. Das genaue Gegenteil sei stattdessen der Fall.

"Wenn Personen einen höheren Bildungsgrad erreichen, steigert dies auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie an das Paranormale glauben", erklärte Bryan Farha. Die jetzige Studie unter Bryan Farha stützt sich auf das Modell einer landesweiten Umfrage aus dem Jahr 2001, welche in den USA durchgeführt worden war. Bei der 2001-er Studie wurde ermittelt, dass vor allem jüngere Menschen zu dem Glauben an grenzwissenschaftliche Phänomene tendieren, wobei ältere Personen rationaler veranlagt sind.

Als Hauptgrund für die gestiegene Bereitschaft, an Geister, Außerirdische und Spukhäuser zu glauben, wird die hohe Popularität dieser Themen in den Medien verantwortlich gemacht.

© 2006 Scully van Funkel