Phänomene

Astralreisen – wenn der Geist den Körper verlässt

Eine unvermittelt auftretende außerkörperliche Erfahrung beschert Betroffenen das Gefühl, das Bewusstsein hätte den eigenen Körper verlassen, zumindest kurzzeitig. Derartige Episoden werden häufig von Personen beschrieben, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben oder in einer extrem lebensbedrohlichen Situation waren. In solchen Fällen kann es geschehen, dass sich das Bewusstsein eines Menschen in einen Astralkörper zurückzieht, um auf der Astralebene, also außerhalb des Körpers, der bestehenden Gefahr zu entgehen. Überdies werden Astralreisen gezielt von Menschen unternommen, die diesen losgelösten Zustand des Bewusstseins bei Meditationen oder ähnlichen Verfahren erlernt haben.

Was hinter dem Begriff astral steckt

Astral ist ein Begriff, mit dem eine Sternengleichheit oder Ähnlichkeit mit Gestirnen beschrieben wird. Demnach ist eine Astralreise ein Trip, der außerhalb jeglicher Materie stattfindet. Astralkörper sind dementsprechend nicht dinglich, sondern quasi die Energieform oder der Energieabdruck unseres Körpers – also unser Bewusstsein in einem nicht materiellen Körper. Oft wird dieser Zustand mit dem herkömmlichen Verständnis für Geister gleichgesetzt. In der Tat gibt es diverse Punkte bei Geistern und Astralkörpern, die nahezu gleich oder gar identisch sind. Trotzdem handelt es sich um zwei im Prinzip grundverschiedene Erscheinungen. Schließlich tritt ein Geist immer erst dann auf, wenn der dazugehörige Körper des Menschen Tod ist. Astralkörper hingegen können nur von Lebenden erzeugt und wahrgenommen werden.

Wie eine Astralreise abläuft

Menschen erleben normalerweise ihr Bewusstsein in ihrem physischen Körper. Aber während einer außerkörperliche Erfahrung entsteht das Gefühl, den eigenen Körper und andere Dinge aus einer Perspektive zu betrachten, so wie es mit dem eigenen Körper nicht möglich wäre. Zudem wird eine außerkörperliche Erfahrung von jedem Betroffenen etwas anders wahrgenommen.

Klassisch ist das Gefühl, außerhalb des eigenen Körpers zu schweben. Einige Astralreisende berichten, dass sie von oben auf sich selbst herunterblicken konnten. Andere wiederum beschreiben die außerkörperliche Erfahrung als eine veränderte Wahrnehmung der Welt, meist gespart mit einem Blick aus der Vogelperspektive aus großer Höhe. Zudem herrscht in der Regel das Gefühl vor, dass das was passiert, sehr real ist. Astralreisen, mit Ausnahme der bei Meditationen provozierten, treten normalerweise ohne Vorwarnung auf und dauern normalerweise nicht lange.

Wie wahrscheinlich ist es eine Astralreise zu erleben?

Wer an einer neurologischen Erkrankung wie Epilepsie leidet, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit für eine außerkörperliche Erfahrung signifikant höher. Zu diesem Ergebnis kaminmehrere Studien übereinstimmend. Zugleich steigt bei diesen Personen die Wahrscheinlichkeit, häufiger eine Astralreise zu erleben. Gemäß wissenschaftlicher Umfragen und Studien ist davon auszugehen, dass nur rund 5 Prozent aller Menschen überhaupt eine Astralreise erleben, fast immer nur eineinziges Mal. Allerdings gibt es Beweise dafür, dass außerkörperliche Erfahrungen weniger selten sind. Allerdings sind diese Reisen des Bewusstseins nicht derart intensiv und werden deshalb von den Betroffenen nicht als solche wahrgenommen.

Sind Astralprojektion und Astralreise identisch?

Beide Erlebnisse sind ähnlich – aber nicht gleich. Eine Astralprojektion beinhaltet normalerweise eine absichtliche Anstrengung, um das Bewusstsein vom Körper zu trennen. Die Astralprojektion bezieht sich normalerweise auf das Loslösen des Bewusstseins. Dies hat den Sinn, mit dem Bewusstsein ohne die Last des Körpers eine spirituelle Ebene oder Dimension zu erreichen, was als Astralebene beschrieben wird.

Eine außerkörperliche Erfahrung ist fast immer ungeplant und wird durch einen Reiz ausgelöst, meist durch ein Erlebnis, bei dem es um Leben oder Tod geht. Fakt ist, dass Astralreisen, bzw. die als solche beschriebenen Empfindungen, in der medizinischen Wissenschaft weitgehend anerkannt sind. Deswegen ist dieses Phänomen Gegenstand zahlreicher Studien. Astralprojektionen werden jedoch als spirituelle Praxis angesehen und haben demnach nur am Rande medizinisch-wissenschaftliches Interesse hervorgerufen.

Was genau ist ein Astralkörper oder die Astralebene?

Trotz der recht großen Anzahl von Studien gibt es bislang keine klaren Ergebnisse. Insbesondere ist umstritten, ob die Empfindungen und Wahrnehmungen tatsächlich physischer Natur sind oder ob es sich um eine Art halluzinatorische Erfahrung handelt. Fest steht zumindest, dass es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass das Bewusstsein einer Person tatsächlich außerhalb des Körpers wandern kann.

Auslöser für eine Astralreise

Generell werden schwerer Stress und Traumata mit einer außerkörperlichen Erfahrung in Verbindung gebracht. Eine erschreckende, gefährliche oder extrem schwierige Situation kann eine derart gravierende Angstreaktion hervorrufen, dass eine Astralreise ausgelöst wird. Einige Forscher vermuten, dass das Bewusstsein aus Angst den Körper verlässt, um nach Schutz zu suchen. Ähnliche Erklärungen stammen aus dem spirituellen Bereich. Hier wird allerdings behauptet, dass sich der Geist eines Menschen in Todesgefahr von eigenen Körper trennt, um den Körper einer anderen Person zu übernehmen oder um beispielsweise als sogenannter Poltergeist sein Unwesen zu treiben.

Wissenschaftlich gesichert ist, dass ein Trauma und großer Stress in der Regel für eine außerkörperliche Erfahrung verantwortlich sind. So konnte beispielsweise festgestellt werden, dass Frauen bei der Geburt relativ häufig eine derartige Erfahrung machen. Und dies sehr häufig dann, wenn die Geburt mit einem zweiten gravierenden Erlebnis zusammengefallen ist, welches nichts mit der Geburt selbst zu tun hatte: Beispielsweise ein Unfall oder der Tod eines nahen Menschen.

Überdies vermuten Experten einen Zusammenhang von Astralreisen und verschiedenen Krankheiten. Dazu gehören insbesondere Epilepsie, Migräne, Depressionen und chronische Angstzustände. Außerdem konnte festgestellt werden, dass Menschen, die einen Herzstillstand oder eine Hirnverletzung überlebt haben, rund dreimal häufiger Erfahrungen mit Astralebenen machen.
Möglicherweise sind auch das Guillain Barre-Syndrom, Dissoziative Störungen, Schlaflähmung, schwere Störungen des REM-Schlafes eine Ursache für das Erlebnis, in einem Astralkörper zu schweben.

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