Spuk

Rattenkönige

Der deutsche Müller Heinrich Jäger fand 1748 unter seinen Mühlensteinen 18 lebende Ratten. Sie waren mit einem gordischen Knoten an den Schwänzen miteinander zusammengeknotet. Dies wird als Rattenkönig oder „roi de rats“ bezeichnet.

 

In Europa wurden in den letzten Jahrhunderten eine große Anzahl dieses Phänomens gefunden. Der wohl aufregendste Fund im Dezember 1822 in dem kleinen Ort Dollstedt in Ostdeutschland. In einem holen Holzpfeiler in einem Stall wurden zwei Rattenkönige gefunden. Einer bestand sogar aus 28 verschiedenen Ratten. Noch mehr zusammen geknotete Ratten wurden in einem Kamin eines Müllers in Buchheim gefunden. Der Fund aus dem Jahre bestand aus 32 Ratten, die komplett ohne Fell und mumifiziert gefunden wurden. Dieser Rattenkönig wird im Altenberger Mauritianums ausgestellt.

 

Wie lässt sich das Rattenkönig Phänomen erklären?

 

Französische Forscher haben sich mit dem Phänomen beschäftigt und haben die Theorie aufgestellt, dass die Tiere von Geburt an den Schwänzen zusammengebunden waren. Da aber auch Rattenkönige gefunden wurden, die aus erwachsenen Tieren bestehen, kann dieses Phänomen nicht als pränatale Störung abgetan werden. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass die Tiere in diesem Zustand genug Futter finden, um tatsächlich ein hohes Alter zu erreichen.


Image by Karsten Paulick from Pixabay

Eine weitere Erklärung könnte sein, dass eine größere Gruppe von Ratten in einem engen Raum eingeschlossen wurde. Sie müssen sich dann so eng aneinanderdrängen, dass sich die Schwänze verknoten. Um das Phänomen zu erklären, wurden Rattenkönige geröntgt. Dies zeigte, dass die Schwänze tatsächlich aneinandergeknotet waren und nicht zusammengewachsen sind. Bei dem Versuch die Schwänze von einader zu trennen, traten Anzeichen von Kallusbildungen auf. Das deutet darauf hin, dass die Schwänze schon seit einiger Zeit verknotet waren.

 

Bis jetzt ist noch am wahrscheinlichsten, dass der Rattenkönig mit Jungtieren entsteht, die in engen Bauten beieinander hocken und dadurch Verklebungen und Verknotungen entstehen. Das widerspricht allerdings der Natur der Tiere, die sich immer um genügend Platz bemühen.

Bildrechte Cover Bild: Image by Gordon Johnson from Pixabay

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